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„Beim ersten Mal war ich noch zu nervös“

„Beim ersten Mal war ich noch zu nervös“
Der Größenunterschied fällt ins Auge: Marius Mohr ist ein Hüne von 195 Zentimetern, seine Freundin Lena Klimpki einen Kopf kleiner. Das macht sie mit ihrem Selbstbewusstsein locker wett. FOTO: Katrin Langholz
Jungkönig Marius Mohr und seine Freundin Lena Klimpki ergänzen sich privat und im Brauchtum ausgezeichnet. Er schießt den Vogel ab, repräsentiert mit körperlicher Wucht und jungenhaftem Charme und sie übernimmt das Management. Von Dirk Herrmann

Manchmal hilft es, wenn man locker an eine Sache rangeht. Zum Beispiel bei Marius Mohr, als er im vergangenen Jahr auf den Jungkönigsvogel schoss. Es war sein zweiter Griff nach dem Titel und mit 24 Jahren auch seine letzte Chance. Mit 25 darf man nicht mehr. „Vor zwei Jahren wollte ich es unbedingt, aber ich war zu nervös“, erzählt er. Den Fehler galt es also zu vermeiden und deshalb versuchte er es beim nächsten Mal mit einer anderen Einstellung: „Ich dachte: Wenn es klappt, gut; und wenn nicht, auch okay.“ Es hat geklappt und natürlich war die Freude darüber groß. So groß, dass er gleich eine Woche später auch noch den Gästekönigstitel in Lintorf klar machte. Wenn man einmal Blut geleckt hat ... „Das war für mich eine Herzensangelegenheit“, erzählt Marius Mohr, „ich wohne ja in Lintorf und bin übrigens seit Mai dieses Jahres auch Mitglied in der Bruderschaft dort.“ Seine Freundin Lena Klimpki hatte er in beiden Fällen in seine Pläne eingeweiht. Sie nahm das gelassen: „Es hatte ja schon einmal nicht funktioniert.“ Trotzdem besorgte sie sich für alle Fälle noch am Montag des Jungkönigsschießens ein Kleid. „Ich hatte so ein Gefühl“, sagt sie. Zu dem Kleid sind mittlerweile noch einige hinzugekommen, immerhin hat der Jungkönig durchaus umfangreiche repräsentative Pflichten und Lena Klimpki war auf jedem Termin an seiner Seite. Hin und wieder musste sie ihn zur Eile anhalten. „Er neigt zu Unpünktlichkeit“, verrät sie, „das liegt bei ihm ein bisschen in der Familie.“ Die beiden sind nur auf den ersten Blick ein ungleiches Paar, in Wahrheit ergänzen sie sich ausgezeichnet. Kennen gelernt haben sie sich im zarten Alter von 14 Jahren. Den augenfälligen Größenunterschied gab es damals schon. Und er ist noch weiter gewachsen. „Es war für uns beide die erste große Liebe“, erzählt die Jungkönigin. Sie dauerte zunächst vier Jahre und geht seit circa zwei Jahren weiter. Das Jungkönigsjahr haben der Verfahrensmechaniker für Kunststofftechnik und die gelernte Immobilienkauffrau gemeinsam in vollen Zügen genossen – viele nette Leute kennen gelernt, neue Freunde gewonnen. „Das hat unheimlich viel Spaß gemacht“, sagen beide. Oft sind sie erst spät in der Nacht nach Hause gekommen. Ein ganz besonderes Ereignis war für sie das traditionelle Essen mit dem Königspaar Achim und Marillo Pohlmann beim Schützenchef Gero Keusen und seiner Frau Steffi; es gab Spinat-Suppe, Roulade und zum Nachtisch Rhabarber-Kompott. „War ein toller Abend“, schwärmt Marius Mohr, der erst seit zwei Jahren Mitglied der Bruderschaft ist und zwar in der St. Suitbertus Kompanie. Und natürlich hat er als ehemaliger Erstliga-Footballspieler genug sportlichen Ehrgeiz, auch die Krone des großen Königs anzuvisieren: „Irgendwann bestimmt. Im Moment bin ich wohl noch etwas zu jung. Obwohl, das gab es ja auch noch nie ...“ Eben, und hübsche Kleider hätte Lena Klimpki inzwischen genügend parat.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)
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