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„Beim Ralf ist dieser Job in den besten Händen“

„Beim Ralf ist dieser Job in den besten Händen“
Schießmeister Ralf Berger legt die Platte auf, die es zu putzen, sprich zu treffen, gilt, wenn man König werden möchte.. FOTO: Mark Zeller
Der neue Bruderschafts-Schießmeister Ralf Berger engagiert sich seit seiner Jugend bei den Schützen seiner Heimatstadt – als Brauchtums-Mensch aus Überzeugung. Von der Redaktion

„Je näher es zum Schützenfest geht, umso größer ist die Freude“, sagt Ralf Berger und spricht damit wohl allen Schützen aus der Seele. Doch bei ihm „kribbelt“ es in diesem Jahr noch aus einem anderen Grund ganz besonders: Dieses Schützenfest ist sein erstes als Schießmeister der Bruderschaft.

Berger trat im Januar die Nachfolge der Ratinger Schützen-Ikone Bernd Schäper an, der dieses Amt 29 Jahre lang bekleidet hatte. Doch auch der neue Schießmeister ist ein alter Fahrensmann: Bereits seit Schäpers damaligem Amtsantritt gehört Berger der Schießkommission an und sammelte später auch Erfahrungen in der Schießleitung.

Als waschechter Dumeklemmer, in Ratingen geboren und groß geworden, ist Berger dem heimischen Brauchtum schon seit seiner Jugend verbunden. Der 55-Jährige ist seit mittlerweile 35 Jahren in der Bruderschaft aktiv.

Das Schützenleben ist sein großes Hobby, Brauchtums- und Heimatpflege liegen dem Vater zweier erwachsener Kinder am Herzen. „Das Brauchtum leistet einen wichtigen sozialen Beitrag“, bekräftigt er, „und Ratingen ist eine Brauchtumsstadt.“ Seine persönliche Initialzündung war ein Besuch des Schützenfestes 1982. „Da nahmen mich Freunde dorthin mit“, erinnert sich Berger, „und ich war so fasziniert, dass ich aktiv mitmachen wollte“.

In der Grenadier Kompanie fand er seine „Stammeinheit“. Bei den Sportschützen, der bruderschaftsinternen Sportabteilung, lernte er von der Pike auf den richtigen Umgang mit dem Schützengerät. Mit Erfolg: Noch in den achtziger Jahren wurde er zweimal Jungschützenkönig bei den Grenadieren und wuchs parallel zum prägenden und beliebten Bestandteil der Kompanie. Kein Wunder, dass man dort mächtig stolz ist auf den prominentem Bruderschafts-Posten des Kameraden. „Schützen haben mit schießen zu tun, und darum ist der Schießmeister eine der wichtigsten Positionen“, betont Holger Hensel vom Vorstand der Grenadiere und lobt Berger: „Er war immer schon ein sehr aktives und präsentes Mitglied.“ Hensel ist sich sicher: „Beim Ralf ist dieser Job in den besten Händen.“

Das ist auch wichtig, denn der „Job“ ist umfangreich. Dazu gehört, die Abläufe für die einzelnen Kompanieschießen zu erarbeiten, und dafür auch jeweils eine Aufsicht zu stellen.

„Das ist viel organisatorisches, und man ist fast jeden Samstag im Einsatz“, sagt Berger. Daneben bedarf der Höhepunkt des Schützenjahres einer langen Vorbereitung.

Berger hat aber nicht nur die reibungslose Organisation der Wettbewerbe im Blick, sondern auch die Nachwuchsarbeit: „Ich sehe es auch als Aufgabe, junge Leute an den Schießbetrieb heranzuführen.“ Zeitaufwand, Stress und Verantwortung seiner Bruderschafts-Aufgabe nimmt der gelernte Zerspanungstechniker dabei gerne in Kauf: „Das ist zwar eine Menge Arbeit, aber die macht einen Riesen-Spaß.“ An dieser Stelle ist es ihm wichtig, seine Mitstreiter zu loben: „Wir sind ein eingespieltes Team mit tollem Teamwork“.

Die daraus resultierenden funktionierenden Abläufe erlauben ihm auch die Teilnahme am großen Festzug am Sonntag, obwohl an diesem Tag die Schießwettbewerbe starten. „Da marschiere ich ganz normal mit, fahre dann aber vom Marktplatz mit dem Auto zum Schießstand“, so Berger.

Zum ultimativen Höhepunkt des Schützenwettstreits kommt es dann am Montagabend, wenn um die Bruderschafts-Königswürde geschossen wird. Dafür gibt der Schießmeister eine ausdrückliche Besuchs-Empfehlung: „Das sollten die Leute hautnah mitbekommen, wie auf dem vollem Schießplatz die Spannung immer weiter steigt, bis es irgendwann mucksmäuschenstill wird – und sich dann mit dem Königsschuss alles entlädt.“

Das sei für ihn persönlich dann auch der schönste Schützenfest-Moment: „Wenn dann alles gut gelaufen ist, dann gönne ich mir in Ruhe ein Bierchen.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)