| 13.43 Uhr

„Beim Thema Sicherheit könnte man kooperieren“

„Beim Thema Sicherheit könnte man kooperieren“
Peter Hense posiert mit Kette und Pokal des Gästekönigs im heimischen Garten. FOTO: D. Herrmann
Der aktuelle Gästekönig der Bruderschaft tritt sonst vornehmlich im Winterbrauchtum in Erscheinung. Als 1. Vorsitzender des Ratinger Karnevalsausschusses zeichnet Peter Hense maßgeblich für das närrische Geschehen in der Stadt verantwortlich. Von Dirk Herrmann

Im Gespräch mit dem Dumeklemmer Ratingen erzählt der 63-jährige diplomierte Fotodesigner, wo es Schnittstellen zwischen Winter- und Sommerbrauchtum in Ratingen gibt, und warum er die Schützen manchmal beneidet.

Herr Hense, als Gästekönig sind Sie beim diesjährigen Schützenfest mittendrin. Freuen Sie sich?

Peter Hense:

Selbstverständlich, besonders auf die Kutschfahrt beim großen Umzug. So etwas erlebt man wahrscheinlich nur einmal und es eröffnet mir einen völlig neuen Blick auf das Fest.

Eigentlich sind Sie ja im Karneval zu Hause …

Hense:

Für mich ist Pflege und Erhalt des Brauchtums wichtig. Und in Ratingen sind Winter- und Sommerbrauchtum eng verwoben. Wo wir uns gegenseitig unterstützen können, tun wir das. Außerdem sind viele Karnevalisten auch im Schützenwesen aktiv oder umgekehrt, je nachdem welche Perspektive man einnimmt. Gero Keusen, der Vorsitzende der Bruderschaft, und seine Frau Steffi waren sogar Prinzenpaar im Jahr 2008.

Und es gibt ein wichtiges gemeinsames Projekt, das in diesem Jahr umgesetzt wurde: die Brauchtumsglocke, die im März das Geläut von St. Peter und Paul verstärkt hat.

Hense:

Das war für uns alle eine echte Herzensangelegenheit, bei der auch Stadt, Kirche, Jonges und die Bürgerschaft eine wichtige Rolle gespielt haben. Und ich denke, dieses Projekt ist wirklich ein Paradebeispiel dafür, wie eng Karnevalisten und Schützen miteinander verbunden sind und was man gemeinsam auf die Beine stellen kann. Ratingen lebt das Brauchtum. Und dazu müssen alle an einem Tisch sitzen. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kochen würde, blieben viele Möglichkeiten wahrscheinlich ungenutzt.

Wo gibt es weitere Ansatzpunkte zur Zusammenarbeit und wie oft tauschen Sie sich darüber beispielsweise mit dem Schützenchef aus?

Hense

: Gero Keusen und ich haben guten und regen Kontakt, der Austausch findet statt. Übrigens auch bei Gelegenheiten wie dem traditionellen Brauchtumsstammtisch am Schützenfest-Freitag. Ein Beispiel für eine mögliche Kooperation in der Zukunft ist das Thema Sicherheit bei den großen Umzügen im Karneval und beim Schützenfest, etwa in Form gemeinsam erarbeiteter Konzepte. Oder indem wir für die zusätzlichen Wassercontainer, die zur Blockade von Zufahrten genutzt werden, uns gemeinsam Anschaffungsmöglichkeiten überlegen, um Synergieeffekte zu nutzen. Über so etwas könnte man doch reden.

Sind Sie eigentlich Mitglied in der Bruderschaft?

Hense:

Nein, als 1. Vorsitzender des KA konzentriere ich mich ganz auf den Karneval. Und da bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließlich habe ich ja auch noch eine Familie und einen Job. Aber es hätte durchaus passieren können. Mein Engagement beim KA kam ja eher zufällig zustande, nämlich als mich Hubertus Brauer, damals 1. Vorsitzender, im Jahr 2006 fragte, ob ich die Pressearbeit übernehmen möchte. Ich hatte erst ein Jahr zuvor beim TuS Breitscheid als Pressereferent und Abteilungsleiter aufgehört und konnte deshalb zusagen. Wenn die Schützen da angefragt hätten, wäre ich jetzt vielleicht in der Bruderschaft.

Schicksal …

Hense:

Sozusagen. Aber keines, das ich bedauere, wohlgemerkt. Ist schon sehr gut so, wie es gekommen ist. Ich bin total gerne im Winterbrauchtum unterwegs. Und immerhin bin ich ja jetzt Gästekönig.

Gibt es irgendetwas, worum Sie, als Karnevalist, die Schützen beneiden?

Hense: Das Wetter !

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige