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„Das sorgt für mehr Gerechtigkeit“

„Das sorgt für mehr Gerechtigkeit“
Das Trinkwasser der Stadtwerke Ratingen ist preiswert und qualitativ gut. Deshalb lassen sich (von links) Berater Siegfried Gendries (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft), Frank Schlosser (Prokurist Stadtwerke Ratingen) und Friedrich Schnadt (Geschäftsfüher Stadtwerke Ratingen) gerne von Teamleiterin Julia Amels-Westerkamp Trinkwasser der Stadtwerke Ratingen einschenken. FOTO: pk
Ratingen (pk). Ab 1. Juni 2018 gelten die neuen Wassertarife der Stadtwerke Ratingen. Von Pierre-Claude Hohn

Skeptische Kunden der Stadtwerke Ratingen befürchten nun, eine Erhöhung des Wasserpreises. Stadtwerke-Chef Friedrich Schnadt hingegen ist davon überzeugt, dass dem überhaupt nicht so ist. „Wir haben mit unseren Experten Frank Schlosser und Siegfried Gendries ein neues Tarifsystem entwickelt, das für mehr Gerechtigkeit sorgt“, sagt Schnadt.

Bisher wurde der Wasserpreis nach Verbrauch berechnet und kostete pro Kubikmeter inklusive Umsatzsteuer 2,15 Euro. Darin waren auch sämtliche Bereitstellungskosten wie Reinigung der Brunnen, Erneuerung der Rohrleitungen, Personalkosten, Fördertechnik, etc. enthalten.

Diese Fixkosten, die Stadtwerke sprechen hier vom Systempreis, sind unabhängig vom Verbrauch. Das hatte zur Folge, wer wenig verbraucht, beteiligt sich auch nur entsprechend gering am Systempreis. Wenn nun die Nachfrage nach Wasser zurückgeht, wovon laut Geschäftsführer Schnadt auszugehen ist, würden die Kosten für die Bereitstellung nicht mehr gedeckt sein. Deshalb haben schon mehrere Städte im Kreis wie Erkrath, Velbert und Hilden sich für das neue Tarifsystem entschieden, dass sich zu 50 Prozent aus Systempreis und zu 50 Prozent aus Mengenpreis errechnet.

Auch Großstädte wie Köln oder Krefeld haben diesen Schritt getan.

Dieses neue Tarifsystem wurde erst kürzlich vom Staatssekretär des NRW-Wirtschaftsministeriums, Christoph Dammermann, als vorbildlich bezeichnet. Das neue Tarifsystem setzt sich nun aus dem feststehenden Systempreis und dem Mengenpreis zusammen. Der Mengenpreis wurde nahezu halbiert und kostet pro Kubikmeter statt 2,15 Euro nur noch 1,09 Euro dazu kommt der Systempreis. „Insgesamt erzielen wir durch die Tarifumstellung keine zusätzlichen Umsätze, was auch gar nicht unser Ziel ist, aber wir haben als Stadtwerke ebenso wie unsere Kunden größere Planungssicherheit“, sagt Geschäftsführer Schnadt. Für den Kunden ändert sich nicht viel.

So muss der Kunde, der ein Reihenhaus bewohnt, und 117 Kubikmeter Wasser (bundesweiter Durchschnittsverbrauch,

der auch für Ratingen zutrifft) verbraucht, ab 1. Juni 2018 dafür monatlich 19,97 Euro bezahlen. Bisher waren es 20,97 Euro. Sollte dieser Reihenhaus-Besitzer 200 Kubikmeter verbrauchen, so erhöht sich der monatliche Preis auf 27,51 Euro, nach dem alten System wären es 35,83 Euro.

Kunden, die zu den Wenig-Verbrauchern zählen, müssen mehr bezahlen, da sie künftig einen höheren Anteil für die Bereitstellung leisten. Wer zum Beispiel für sein Reihenhaus mit 40 Kubikmeter Wasserverbrauch auskommt, zahlt statt wie bisher 7,17 Euro ab 1. Juni 2018 12,96 Euro. Mit zunehmenden Verbrauch wird der Mehrpreis immer geringer. So ist bei 106 Kubikmetern Verbrauch der Punkt erreicht, wo beide Systeme preisgleich sind, nämlich 19 Euro monatlich. Unter Stadtwerke-Ratingen.de/Tarifrechner kann jeder seinen ganz persönlichen Preisvergleich alt/neu ermitteln.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)