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„Weiter so, möglichst lange“

„Weiter so, möglichst lange“
Im festlichen Ambiente des Trauzimmers überreichten Landrat Thomas Hendele (links) und Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch (rechts) Ingeborg Rodenbeck im Beisein ihres Ehemannes Harald Rodenbeck das Bundesverdienstkreuz. FOTO: pk
Ratingen (pk). Das Bundesverdienstkreuz am Bande zählt zu den höchsten Auszeichnungen, die der Bundespräsident verleihen kann. Diese Auszeichnung wurde nun der Ratingerin Ingeborg Rodenbeck für ihr herausragendes Engagement im sozialen Bereich zuteil. Von Pierre-Claude Hohn

In Vertretung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier überreichten Thomas Hendele, Landrat des Kreises Mettmann, und Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch im festlichem Ambiente des Ratinger Standesamtes Urkunde und die Verdienstnadel. Klaus Pesch eröffnete den feierlichen Akt mit einer Ansprache, ehe Thomas Hendele die Laudatio hielt. Alle ehrenamtlichen Tätigkeiten von Ingeborg Rodenbeck zu würdigen, hätte den Zeitrahmen der Feierstunde gesprengt.

Die Vorsitzende des Vereins „Wir – Freundeskreis für Rollstuhlfahrer Düsseldorf und Kreis Mettmann e. V.“ hat nach einem Schlüsselerlebnis als Dreijährige gewusst, dass sie sozial tätig sein will. 1952 war sie von einem Auto überfahren und mit doppeltem Schädelbasisbruch in ein Düsseldorfer Krankenhaus eingeliefert worden.

„Damals gab es keine Intensivstation. Die Ärzte haben mir keine großen Überlebenschancen eingeräumt. Aber ich habe es gepackt, konnte nach sechs Monaten das Krankenhaus verlassen. Da habe ich für mich den Entschluss gefasst, einen Beruf im pflegerischen Bereich zu erlernen“, erinnert sich die heute 69-Jährige. Dass sie sich so genau an die Zeit vor 66 Jahren erinnern kann, führt die Bundesverdienstkreuzträgerin auf die Tatsache zurück, dass sie sich bereits schon damals als besonders sensibel empfand und ein Gefühl für große Empathie gegenüber Menschen hatte und hat.

Somit war ihr weiterer Lebensweg vorgezeichnet. Nach der Schule begann sie eine Ausbildung als Arzthelferin, machte dann eine Ausbildung als Krankenschwester, arbeitete später als selbstständige Krankenschwester.

Unter anderem hatte Ingeborg Rodenbeck neben ihrer Arbeit für drei Jahre 20 Kinder als Pflegemutter betreut. Leben war immer in ihrem Haus, denn als Mutter eines Sohnes hat sie auch noch drei Kinder adoptiert. Doch das war ihr alles noch nicht genug. Als 2. Vorsitzende des Vereins „Freundeskreis für Rollstuhlfahrer Düsseldorf und Kreis Mettmann“ pflegte sie 25 Jahre lang das Ehepaar Hans und Gerti Rosendahl, die an den Rollstuhl gefesselt waren. 2008 übernahm sie dann das Amt des 1. Vorsitzenden von Hans Rosendahl. Zu den Höhepunkten ihrer sozialen Schaffenskraft zählt Ingeborg Rodenbeck, dass dem Verein seit Anfang des Jahres ein neues Zuhause zur Verfügung steht, nämlich die Räumlichkeiten der Boje am Stadionring 20.

Besonders dankbar ist Ingeborg Rodenbeck, dass ihr Ehemann Harald das Engagement seiner Frau nicht nur toleriert, sondern auch unterstützt.

Darüber freuten sich der Landrat Thomas Hendele und Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch gleichermaßen: „Machen Sie weiter so, und das möglichst lange. Denn ohne Menschen, die sich wie Sie für ihre behinderten Mitmenschen engagieren, könnten die die Herausforderungen für eine funktionierende Gesellschaft nicht geleistet werden.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)