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„Wir müssen uns gewaltig steigern“

„Wir müssen uns gewaltig steigern“
SG Ratingens Marcel Müller erzielte mit seinem zweiten Treffer in Rheinbach in der Schlussminute den 24:24-Ausgleich. Reichte dennoch nicht. FOTO: pk
Ratingen (pk). Die SG Ratingen kassiert in Rheinbach ihre erste Saisonniederlage. Vor allem die Chancenverwertung bereitet dem Trainer Kopfzerbrechen. Von Pierre-Claude Hohn

Drei Meisterschaftsspiele hat der Handball-Viertligist SG Ratingen nun hinter sich, mit unterschiedlichem Erfolg. Der Auftakt beim Drittliga-Absteiger TV Korschenbroich darf als gelungen bezeichnet werden. Nicht nur weil dort ein Sieg errungen wurde, sondern weil auch die Leistung stimmte. Beim Heimauftakt gegen die Nordrhein Wölfe aus Duisburg stimmte hingegen nur das Ergebnis. Mit der Leistung des 24:21-Siegs war Trainer Khan hingegen nicht einverstanden. „Wir müssen uns gewaltig steigern, sonst erleben wir einen Rückschlag“, sagte der Ratinger Trainer.

Wie recht er behalten sollte, wurde nun am Freitag beim TV Rheinbach deutlich. Hier verloren die Ratinger vollkommen überraschend mit 25:26 (15:14). Während die Abwehr mit ihrer Leistung noch zufrieden sein durfte, lief im Angriff nur wenig zusammen. Der Rückraum brachte wenig zustande. Bemerkenswert war, dass Filip Lazarov kein Feldtor zustande brachte. Marcel Müller war mit zwei Treffern noch einer der treffsicheren Ratinger Rückraumschützen. Die Abwehr schlug sich gut. Stark wieder Torwart Petre Angelov, aber auch Jascha Schmitz konnte bei seinen Kurzeinsätzen zeigen, was er drauf hat. Unter anderem wehrte er zwei Siebenmeter ab. Mit 26 Gegentoren kann man auswärts normalerweise leben. Aber wenn vorne Chancen massenweise fahrlässig versiebt werden, darf sich niemand wundern, wenn es am Ende nicht reicht.

Von seinen Angreifern konnte Trainer Khan lediglich Yannik Nitzschmann (acht Tore) überzeugen. „Der einzige mit Normalform“, so der Trainer. Das große Plus der Gastgeber war ihre Leidenschaft, mit der sie zu Werke gingen. Auch Mannschaftskapitän Kai Funke sah hier einen großen Unterschied zwischen Rheinbach und Ratingen. Diesbezüglich traten die Ratinger ungenügend auf. Trotzdem wurde es in der Schlussphase ungemein spannend. Da führten die Rheinbacher bereits mit 24:22, ehe Nitzschmann und Marcel Müller in der letzten Minute noch die Treffer zum 24:24 warfen. Rheinbach nahm nun eine Auszeit. Zehn Sekunden vor dem Abpfiff gelang den Hausherren noch das viel umjubelte Siegtor. Am Samstag im Heimspiel gegen BTB Aachen ist nun hundertprozentige Wiedergutmachung angesagt. Trainer Khan erklärte: „Wir brauchen keine Weltklasseleistung, aber eine Mannschaft mit einem anderen Gesicht.“ Die Aachener sind ein interessanter Gegner, weil der ehemalige Ratinger Simon Breuer nach seiner schweren Verletzung dort seine Karriere ausklingen lässt. Zudem spielt nun auch der Ex-Ratinger Carsten Jacobs in seiner alten Heimat. Und genau wie bei der SGR trifft der Rückraumspieler auch für die Aachener. Zuletzt bei der 26:27-Niederlage gegen Dinslaken waren es sechs Tore.

Diesmal lohnt es sich, schon am frühen Nachmittag zur Halle nach Ratingen-West zu pilgern. Denn im Vorspiel stehen sich im Verbandsliga-Derby die SG Ratingen II und der TV Ratingen gegenüber (15.30 Uhr). Während die SGR mit 4:2 Punkten ebenso wie der TuS Lintorf im oberen Drittel mitspielt, wartet der TV Ratingen noch immer auf sein erstes Erfolgserlebnis. Danach erwartet die SG Ratingen den Gast aus Aachen. Mit 4:2 Punkten hat die SGR alle Chancen, trotz der Pleite in Rheinbach oben dran zu bleiben. Voraussetzung ist, dass die SG Ratingen ihr wahres Gesicht zeigt. Dann sollten zwei Punkte möglich sein.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)