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Abzocke an der Haustür

Abzocke an der Haustür
Schlüsselmacher Wolfgang Reinhardt ärgert sich seit Jahren über die schwarzen Schafe in seiner Branche. FOTO: D. Herrmann
Meta Büschken aus Ratingen hatte sich ausgesperrt und rief den erstbesten Schlüsseldienst. Der wollte für eine einfache Türöffnung 180 Euro. Schloss- und Schlüsselmacher Wolfgang Reinhardt warnt vor schwarzen Schafen in seiner Branche.

Sie hatte es eilig, wollte ihren Mann vom Arzt abholen. Als Meta Büschken in der Straße Am Ostbahnhof die Wohnungstür zuzog, fiel ihr ein, dass sie den Schüssel nicht mitgenommen hatte. Ein Ersatzschlüssel war nicht zur Hand, auch ihr Mann hatte seinen nicht dabei.
Die 79-Jährige verständigte einen Schlüsseldienst und fragte, ob er mit einer Ratinger Firma zusammen arbeite.

Der Mann am anderen Ende der Leitung bestätigte das. Doch es stimmte nicht, zwar steht im Telefonbuch eine Ratinger Vorwahl, doch der Anrufer wird weitergeleitet. Als der Mitarbeiter ankam, verlangte er für die simple Türöffnung 180 Euro. Frau Büschken bezahlte nicht. "Das war auch ganz richtig so", meint Wolfgang Reinhardt, der seit 1975 einen Schlüsseldienst in Ratingen führt.

Eine solche Türöffnung, sagt er, koste bei einem seriösen Unternehmen zwischen 68 und 75 Euro. Leider gebe es viele schwarze Schafe in der Branche und es würden immer mehr. "Die machen dann gegebenenfalls auch noch absichtlich das Schloss kaputt, damit sie mehr berechnen können", so Wolfgang Reinhardt. Da kommen Preise bis zu 800 Euro vor. Worauf also ist zu achten, um der Kostenfalle zu entgehen? Wolfgang Reinhardt empfiehlt, sich an ein Fachgeschäft zu wenden, in Ratingen gibt es drei.

Falls das nicht möglich ist, beispielsweise nachts, dann unbedingt am Telefon fragen, woher derjenige kommt. Eine weite Anfahrt wird teuer. Außerdem genau festlegen, welche Arbeit zu tun ist und wie viel sie kostet, am besten unter Zeugen.

Auch sollte klargestellt werden, dass nur ein Mitarbeiter bezahlt wird. "Leider", so Wolfgang Reinhardt, "sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen ziemlich weit gefasst. Die Tätigkeit ist nicht geschützt, theoretisch darf das jeder machen, egal wie qualifiziert er ist." Deshalb sei es besonders wichtig, wachsam zu sein und nicht den erstbesten Schlüsseldienst zu engagieren.