| 17.59 Uhr

Die Tanzwütigen

Die Tanzwütigen
Klar zum Entern: Die Sweetest Diamonds als Piratenbräute. FOTO: Sweetest Diamonds
Was man als privater Tanzverein so alles auf die Beine stellen kann, ist schon bemerkenswert. Beispiel: Sweetest Diamonds. Von Pierre-Claude Hohn

Als der Tanzgruppe der Anger Garde im Jahre 2008 das Aus drohte, weil keine Trainerin mehr zur Verfügung stand, entschloss sich Angela Schmidt den tanzwütigen Karnevalsnachwuchs  zu betreuen. Zunächst galt es, einen Namen zu finden. Einstimmig beschloss man, als "Sweetest Diamonds" aufzutreten.

Aber schon bald musste Angela Schmidt feststellen, welch einen Rattenschwanz an Arbeit die Betreuung der Tanzgarde bedeutet. Da galt es, die Uniform und Tanzkleider zu beschaffen. Das besorgte Angela Schmidt selbst und entwickelte sich zur geübten Schneiderin. Heute laufen ihre Schützlinge in den "Vereinsfarben" pink und schwarz auf. Da kommt schon allein von der Optik her Freude auf, wenn man die zehnköpfige Tanzgruppe  bei ihren Auftritten beobachtet. Und die Darbietungen der "Sweetest Diamonds" im Alter von sechs bis 35 Jahren sorgen stets für Begeisterungsstürme. Das Repertoire der Tanzgruppe ist groß.

Neben Schwarzlicht-Aufführungen sind der Garde-Tanz und die verschiedenen Motto-Show-Tänze ein Muss. Auch klassische Musik (Beethoven) fehlt im Programm nicht genauso wenig wie Rock und Pop-Musik. "Wenn man dann sieht, wie auch Senioren plötzlich anfagen auf dem Stuhl zu wippen und anfangen zu tanzen, dann ist das für uns ein großes Lob", erinnert sich Tochter Tanja Schmidt gern an Auftritte in Senioreneinrichtungen der Stadt. Groß Werbung braucht Angela Schmidt für ihre Tanzgruppe nicht zu machen. "Über Mundpropaganda bekommen wir sehr viele Anfragen. Zudem findet man uns im Internet wieder (www.sweetest-diamonds.de)", erklärt die Chefin der "Sweetest Diamonds".

Eigentlich könnte sich Angela Schmidt auch Managerin ihrer Tanzgruppe nennen. Denn sie achtet auf viele Kleinigkeiten; so zum Beispiel, dass während der Auftrittszeiten nichts Alkoholisches  getrunken wird, dass alle Mädels diszipliniert sind. "Ansonsten ist das Showgeschäft nicht zu bewältigen", weiß Angela Schmidt, die auch noch einen Hauptberuf hat, nämlich Verwaltungsangestellte bei der  Stadt Ratingen. Ihre Tochter Tanja (35), selbstständige Grafikerin, ist seit 30 Jahren begeisterte Tänzerin. Noch heute schafft sie einen Spagat. "Aber es fällt schon ein wenig schwerer als noch vor zehn Jahren. Aber mit ständigem Training kann man viel schaffen", sagt Tanja und ergänzt: "Pure Freude und Leidenschaft sind die Attribute, die uns motivieren."  Übrigens Geld ist für die Sweetest Diamonds kein Thema. Ihre Auftritte sind rein ehrenamtlich.

Auch die Kosten für die Kostüme trägt der private Tanzverein aus der Privatschatulle. Und dann beschreibt Tanja noch einmal, warum  die Sweetest Diamonds soviel in ihr Hobby investieren: "Wir hatten mal einen Auftritt in der Kinderkrebsklinik der Uni Düsseldorf. Wenn man dann die strahlenden Augen der schwerkranken Kinder sieht, dann sind wir alle nur noch happy. Das ist ein ganz tolles Gefühl für uns alle in der Tanzgruppe."  Richtig Spaß haben dürfen die "Sweetest Diamonds" während des Auftritts einmal im Jahr: Und zwar am Rosenmontag. "Dann sind wir als Tanzgruppe ein Teil des Ratinger Rosenmontagszuges. Da dürfen wir Älteren uns auch mal ein Bierchen genehmigen", freuen sich Tanja und ihre Mittänzerinnen schon jetzt auf den 4. März. Und die Chefin Angela Schmidt lächelt dazu.