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Erfolglos auf dem Jakobsweg

Zum Beginn jeden Tragödchens erklärt Direktor Bernhard Schultz, was schiefgelaufen ist und schief laufen wird. Diesen Donnerstag, den 16. Oktober 2014 kehrt "La Directrice de la Chanson" Nadine Pungs um 20 Uhr zurück ins nicht vorhandene Rampenlicht der Ratinger Kleinkunstbühne, ansässig im Buch-Café Peter & Paula, Grütstraße 3-7.

Das ist an sich eine gute Nachricht, wäre nicht alles schiefgelaufen auf dem Jakobsweg, den Nadine Pungs aber sowas von erfolglos vor ca. sechs Wochen in Spanien in Angriff genommen hatte. Schon nach vier Tagen hatte sie sich die Füße wundgelaufen ( neun Blasen!), vier Nächte wegen sensationell schnarchender Jakobspilger im Gemeinschaftssaal nicht schlafen können, um sich dann schamhaft ins Kloster Maria Laach in die Eifel zu verkriechen.

Womit das Tragödchen übergangslos von den schmerzhaften Erfahrungen seiner Sängerin und Schauspielerin Nadine Pungs zur gerade erschienenen Biografie Hape Kerkelings "Der Junge muss an die frische Luft" überleiten kann. Wobei er schon im Vorwort seines zweiten Bestsellers nach "Ich bin dann mal weg" unumwunden zugibt , den falschen Beruf gewählt zu haben. Was allerdings ein großes Glück war. Denn was hätte er alles für verrückte, erschreckende und schöne Erfahrungen nicht gemacht, wenn er die Weichen nicht von Anfang an so gänzlich falsch gestellt hätte …

Dazu gesellt sich die komplette Tragödchen-Band mit Edith-Piaf-Interpretin Noemi Schröder, die schon erwähnte Nadine Pungs, Musik-Direktor Stephan Wipf (Gitarren), Olaf Buttler (Bass), Jodi Martin (Percussion) und nicht zuletzt Bernhard Schultz (Texte, Gitarre, Geige und Klavier). Und alle haben passenderweise den Blues.