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Faires Spielzeug macht mehr Spaß

Faires Spielzeug macht mehr Spaß
Informierten über Produkte und Produktionsbedingungen der Spielwarenindustrie (v.l.): Bettina Dorfmann, 1. Vorsitzende des Ratinger Puppen- und Spielzeugfreundevereins, Wiebke Siever, Stellv. Leiterin des Museums Ratingen, Almut Ihling, Bildungsreferentin bei WEED e.V., Lena Steinhäuser, Projektkoordinatorin Kommunale Entwicklungspolitik und Walter König. FOTO: Stadt
Ratingen. FAIRspielt? – Themenabend im Museum rund um fair produzierte Spielwaren. Von der Redaktion

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche wurden auch Kinder- und Jugendthemen des Fairen Handels auf die Agenda gehoben. So hatten der Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde e.V. und die Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik, Lena Steinhäuser, am vergangenen Freitag (21. September) ins Museum Ratingen geladen: Der Themenabend „FAIR-spielt?“ lockte viele interessierte Besucherinnen und Besucher ins Stadtmuseum.

„Tatsächlich werden Spielwaren mit dem Fairen Handel oft nicht in Verbindung gebracht“, erklärt Lena Steinhäuser. Dies liege unter anderem daran, dass es anders als etwa bei landwirtschaftlichen Produkten wie Kaffee schwieriger sei, die gesamte Lieferkette zu überblicken und zu zertifizieren. Die Herausforderung beginnt schon bei der Vielzahl an Grundstoffen wie Holz, Mineralöl für Plastikprodukte, Leder für Bälle oder Textilien, die für die unterschiedlichsten Spielwaren eingesetzt werden.

Ein Großteil der Spielsachen wird bekanntlich in Niedriglohnländern produziert. Und obwohl die Produktionsbedingungen je Fabrik sehr unterschiedlich sind, herrschen in vielen Spielzeugfabriken Arbeitsbedingungen, die international anerkannte Standards verletzen.

Almut Ihling, Bildungsreferentin bei WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.: „Oft sind erzwungene exzessive Überstunden, nicht existenzsichernde Löhne, mangelhafter Arbeitsschutz z.B. beim ungeschützten Arbeiten mit giftigen Chemikalien und eine unzureichende Hygiene beim Essen, der Sanitäranlagen und bei der Unterbringung der Arbeiterinnen und Arbeiter an der Tagesordnung.“

Vor allem für anwesende Großeltern und Vertreterinnen von Kitas waren die Alternativen interessant. Zwar gibt es noch kein einheitliches Siegel für Spielwaren, das verbindliche soziale Kriterien vorschreibt. Jedoch könne man laut Almut Ihling etwa bei Bällen auf Fair-Trade-Siegel achten oder bei Textilprodukten auf das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard), das auch verbindliche soziale Standards vorschreibe – das gelte ebenso auch beim FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) für Holzprodukte.

Eine große Auswahl an Spielwaren aus dem Fairen Handel wurde von Walter König aus Ratingen-Homberg, der seit vielen Jahren den Fairen Handel unterstützt, vorgestellt. „Bei Spielwaren aus dem Weltladen und Produkten, die das WftO-Siegel, der World Fair Trade Organization tragen, werden die Fair-Trade-Standards eingehalten“, so König. Weiterführende Informationen zur Spielzeugproduktion und Fairem Handel finden sich in der Broschüre „Spielregeln – Hintergründe und Arbeitsrechtsverletzungen in der Spielzeugindustrie“, die kostenfrei heruntergeladen werden kann https://www.weed-onlilne.org.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)