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Heinz Schlepütz: Jubilar mit Nehmerqualitäten

Heinz Schlepütz: Jubilar mit Nehmerqualitäten
Gartenarbeit bedeutet für Heinz Schlepütz vor allem Entspannung. Der Mann ist 86 Jahre alt und topfit. FOTO: pk
Dass man mit 86 Jahren kein Jungspund mehr ist, versteht sich von selbst. Zum alten Eisen muss man deshalb aber auch nicht zählen. Ein Beispiel par excellence dafür ist Heinz Schlepütz. Von Pierre-Claude Hohn

Mit seinen 86 Jahren erfreut sich Heinz Schlepütz, ehemaliger Geschäftsführer der Ratinger Firma Endress & Hauser, einer körperlichen und geistigen Frische, die manch jüngeren Mitmenschen pures Erstaunen und Respekt abverlangt. Zudem hat sich Heinz Schlepütz einen Namen innerhalb der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen gemacht.

Seit 60 Jahren gehört er der Reserve Kompanie an, der er 1958 als 26-Jähriger beitrat. Bekannt geworden ist er, als er das Reserve Winterfest im damaligen Hotel Dörenkamp am Krummenweg prägte. Er engagierte sich als Ansager und Büttenredner. Talente, die schon als 14-Jähriger nicht zu übersehen waren. Pikant war lediglich, dass ausgerechnet ein Schützenverein am Karnevalssamstag das gesellschaftliche Highlight Ratingens veranstaltete.

Und das mit großem Erfolg. „Über 600 Gäste strömten damals ins Hotel Dörenkamp. Die Leute standen sogar Schlange, um eine Karte zu ergattern“, erinnert sich Heinz Schlepütz. Erst Anfang der 70er Jahre, als die Stadthalle gebaut wurde, ging die Zeit des Winterfestes im Hotel Dörenkamp zu Ende.

Aber Heinz Schlepütz Engagement für die Schützenbruderschaft Ratingen ging weiter. Er brachte sein Wirken und sein Wissen in die Vorstandsarbeit der Kompanie ein. Als Protokollchef – heute heißt das Amt Zeremonienmeister – diente er der Kompanie zweimal zehn Jahre, von 1975 bis 1984 und von 1996 erneut für zehn Jahre. Erst dann zog sich der mittlerweile zum Ehrenvorstandsmitglied ernannte Heinz Schlepütz zurück, versäumte aber nach

wie vor kaum ein Schützenfest. Beruflich hat Heinz Schlepütz seine letzten Dienstjahre bis zur Verrentung in Süddeutschland verbracht, natürlich für die Firma Endress & Hauser. Nicht nur an die Schützenzeit

erinnert sich Heinz Schlepütz gerne, sondern auch an seine berufliche Karriere. „1958 waren wir ein mittelständisches Unternehmen. Inzwischen

sind wir eine Weltfirma. Allein der Umsatz ist um das 4000-fache explodiert. Und einen kleinen Anteil daran habe ich auch“, erzählt Heinz Schlepütz mit einem verschmitzten Lächeln.

Es fällt auf, dass Heinz

Schlepütz ein Mann ist, der offenbar größten Wert auf Kontinuität legt. Egal ob bei den Schützen oder bei seiner Firma, unter 50 Jahre geht bei

Heinz Schlepütz nichts. So wundert es auch nicht, dass der Senior nun schon seit 56 Jahren mit seiner Micki, die übrigens genau wie ihr Mann

eine Menge für ihre Fitness tut, verheiratet ist.

Eine Ehe, aus der drei Töchter hervorgegangen sind. Wer es über zig Jahre als einziger Mann im Haus mit vier Frauen aushält, der muss schon Nehmer-Qualitäten haben.„Es war nie ein Problem“, lächelt Heinz Schlepütz. Und dann erzählt der 86-Jährige, warum er fit ist. „Man muss etwas dafür tun“, lautet sein Credo und fährt fort: „Wenn ich morgens aufstehe, tun mit alle Knochen weh. Aber nach der allmorgendlichen Gymnastik sind die Schmerzen wie verflogen.“ So macht er jeden Morgen seine 20-minütige Gymnastik, geht ins Fitnessstudio, um seinen Rücken zu stärken, und macht lange Spaziergänge. So gestählt kann er auch heute noch seine Gartenarbeit verrichten und genießen.

Ein weiteres Hobby waren Fernreisen, auch in den asiatischen Raum. „2000 bin ich über den höchsten Pass in Tibet, das sogenannte Dach der Welt, zum Teil zu Fuß gegangen. Da haben manch 40-Jährige wegen Atemnot schlapp gemacht“, schmunzelt der Nichtraucher.

Den Iran hat er drei Jahre später besucht. Sowohl in Tibet als auch in Iran hat er gefilmt Diese Filme wurden später in Ratingen in der Volkshochschule vorgeführt. Jetzt freut sich Heinz Schlepütz auf das

bevorstehende Schützenfest, das er ganz entspannt und ohne jeglichen Stress beobachten und genießen will.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)