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Holger Kirchmann: Ganz entspannt zu Pferde

Holger Kirchmann: Ganz entspannt zu Pferde
Holger Kirchmann, Reiterkönig des Reitercorps der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen, in seiner Anwaltskanzlei. FOTO: pk
Beim Reitercorps muss der König – Überraschung – gut reiten können. Holger Kirchmann erfüllt diese Voraussetzung und sicherte sich folgerichtig die Krone. Seine Fertigkeiten trainiert er auch bei der Schleppjagd. Von Pierre-Claude Hohn

Wenn das Reitercorps der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen etwas zu feiern hat, dann geht es stets hoch her. Nicht anders war es, als im Reitstall Witting der neue König der Reiter ermittelt wurde. Um solch eine Würde zu ergattern, muss der neue Reiterkönig schon etwas bieten. Denn geschenkt wird ihm nichts. Vielmehr muss der neue König beweisen, dass er auch gut reiten und stechen kann.

Denn die alte Tradition, das Ringstechen, entscheidet darüber, wer neuer Reiterkönig wird.

Fünf Runden müssen die Teilnehmer bewältigen, wovon das beste Rundenergebnis gewertet wird. „Ich habe sieben von zehn möglichen Ringen geholt. Das ist gar nicht so einfach. Denn wenn man den Ring gestochen hat, muss man selbigen noch einige Sekunden während des Rittes auf der Lanze halten“, erklärt der Reiterkönig.

Die Mühe hatte sich gelohnt. Denn als Holger Kirchmanns Sieg feststand, ließ der Fachanwalt für Familienrecht sich nicht lumpen und spendete dem Reitercorps ein dickes Fass. Die 45 Mitglieder und ihr Rittmeister Peter Krümmel hatten jedenfalls viel Spaß. Holger Kirchmann und seine Reiterkönigin, Ehefrau Bettina Lenz können auf die bisherige Königszeit mit vielen Höhepunkten zurückblicken.

Der Reitsport hat es Holger Kirchmann schon als Zehnjährigem angetan. „Im Laufe der Zeit lernt man viele Reitsportfreunde kennen. Auch meine Ehefrau Bettina habe ich durch den Reitsport kennengelernt. Immer wieder wurde ich angesprochen, doch dem Reitercorps der Ratinger Schützenbruderschaft beizutreten. Als

57-Jähriger war ich dann fällig, da habe ich das Formular unterschrieben“, sagt der heute 60-Jährige, der viele Ehrenämter bekleidet. Unter anderem ist er Vorsitzender des DRK Ratingen. Trotz zahlreicher Verpflichtungen finden Holger Kirchmann und seine Ehefrau

Bettina Lenz genügend Zeit, ihre Hobbies zu pflegen. Dabei steht der Schleppjagdverein Beagle Meute Münsterland oben an.

Bei der Schleppjagd wird kein lebendes Wild gejagt, sondern Ziel des Jagdreitens hinter Hunden ist das Miteinander von Pferd, Hund und Mensch. „Das ist echtes Teamwork. Bei uns gibt es auch keine Sieger oder Verlierer. Vielmehr soll eine echte Jagd so naturgetreu wie möglich nachempfunden werden“, schwärmt Holger Kirchmann von seinem Hobby. Ein weiteres Hobby des Reiterkönigs und seiner Königin ist das Reisen. Beide lieben Südafrika.

„Ein faszinierendes Land, bei der man die wilde Tierwelt hautnah erleben kann“, sind sich die beiden einig, dass eine Safari viele Erlebnisse bietet. Erst recht, seit Holger Kirchmann eine Farm gefunden hat, bei der man die Safari nicht im Auto, sondern auf dem Pferd durchführt.

„Natürlich sind ausgebildete Begleiter dabei, damit nichts passiert“, sagt Holger Kirchmann. Ob er denn keine Angst habe? „Nö,“ antwortet der Anwalt. „Ich bin dabei vollkommen entspannt, weil solch eine Safari zu Pferde mich total beruhigt. Hier vergisst man den Alltagsstress“, sagt Holger

Kirchmann. Übrigens, wilde Tiere schießen, um entsprechende Trophäen mit nach Hause zu bringen, ist für den Reiterkönig und seine Reiterkönigin kein Thema. „Wir sind rote Jäger. Das heißt, wir tragen rote Röcke. Und diese Reiter schießen nie auf Tiere“, beruhigt Holger Kirchmann alle

Tierfreunde.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)