| 13.42 Uhr

Laufen quasi auf dem Schützenplatz gelernt

Laufen quasi auf dem Schützenplatz gelernt
Stolz und mit einem Lächeln präsentiert Schülerkönig Manuel Herbrand im heimischen Garten seine Königskette der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen und seine Trommel, die er als Mitglied des Tambourcorps Tiefenbroich braucht. Übrigens: Er ist Fortuna-Fan. FOTO: pk
Der aktuelle Schülerkönig Manuel Herbrand ist familiär stark vorbelastet. Und er hat klare Zukunftspläne. Einer davon: Jungkönig werden. Von Pierre-Claude Hohn

Es gibt nicht viele Schülerkönige, die diese Würde mit so viel Engagement und Ehrgeiz angestrebt haben wie Manuel Herbrand. Dem 18-Jährigen wurde das Schützenwesen praktisch in die Wiege gelegt, denn nicht nur sein Vater, sondern auch sein Opa frönten dem Sommerbrauchtum. Seine Mutter sagt: „Mein Sohn Manuel hat das Laufen quasi auf dem Schützenplatz erlernt.“

Seit drei Jahren gehört Manuel der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen an. Dort schloss er sich gleich der größten Kompanie, der Tell-Kompanie, an. Doch damit nicht genug. Zudem ist er noch Mitglied des Tambourcorps Tiefenbroich. Und da aller guten Dinge drei sind, hat er bei einem Besuch der Tiefenbroicher Schützenbruderschaft ins sauerländische Bilstein sich der dortigen Schützenbruderschaft angeschlossen. „Man hat mir ein Formular hingehalten, und da habe ich gleich unterschrieben“ lächelt der 18-Jährige noch heute über seinen Spontanentschluss. Seine Nummer eins bei den Bruderschaften ist allerdings die St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen.

Gleich nach seinem Eintritt strebte er schon im Jahr 2016 den Schülerkönig an. Auch ein Jahr Später hat es nicht geklappt. Aber im Dritten Anlauf war es dann soweit. 16 Schülerschützen wollten König werden, aber Manuel wurde es eben, nicht zuletzt deswegen, weil er auch weiß, wie man erfolgreich schießt.

„Es wurde aber auch höchste Zeit, denn mit 19 Jahren wäre es zu spät gewesen“, kommentierte Manuel seinen Königsschuss. Jetzt wo seine Königszeit zu Ende geht, freut er sich auf einige Wochen Urlaub. Den Realschulabschluss hat er in der Tasche. Nun will Manuel ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) einlegen. Beworben hat er sich schon bei Ratinger Schulen, um im Ogata-Bereich mitzuarbeiten. „Ich hoffe inständig, dass ich bald positive Rückmeldungen bekomme“, hofft Manuel.

Anreize, um Mitglied bei Schützenbruderschaften zu sein, sind für Manuel das Zusammensein mit Freunden und die Marschmusik. Nicht von ungefähr gehört er deswegen dem Tiefenbroicher Tambourcorps an. „Es wäre schön, wenn sich noch ein paar Musikfreude melden würden“, sagt Manuel. Jetzt denkt Manuel schon über seine weitere Karriere bei der Schützenbruderschaft nach.

„Ich will unbedingt Jungkönig werden. Schon am Montag beim Königsschießen werde ich voll draufhalten“, verkündet Manuel. Seine Mutter nimmt diese Aussage mit Erstaunen zur Kenntnis.

Aber sie weiß natürlich, dass sie ihren Sohn nicht bremsen kann und fügt sich den Gegebenheiten. Trotz seiner drei Mitgliedschaften in Schützenbruderschaften pflegt Manuel noch weitere Hobbys. Sein wichtigstes ist dabei der Fußball und auch hier zeigt sich seine Heimatverbundenheit, denn ziemlich schnell wurde er Mitglied bei Fortuna Düsseldorf.

Jetzt freut er sich natürlich auf die Heimspiele. Ein kleines Problem gibt es allerdings. Manchmal überschneiden sich die Termine von Fortuna-Heimspielen und denen unseres Tambourcorps Tiefenbroich. Normalerweise hat da der Tambourcorps Vorrang. Es sei denn, die großen der Bundesliga wie Borussia Mönchengladbach, Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 kommen ins Rheinstadion. „Dann muss das Tambourcorps mal ohne mich auskommen“, erklärt der noch amtierende Schülerkönig Manuel Herbrand und schmunzelt.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige