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Lintorf zeigt, wofür es steht

Lintorf zeigt, wofür es steht
Viele Menschen waren dem Aufruf von Peter Beyer gefolgt und standen Hand in Hand in Lintorf gegen Fremdenhass und für Zusammenhalt und Toleranz. FOTO: Peter Beyer
Lintorf. Tausende Lintorfer bildeten im Herzen ihres Stadtteils eine Menschenkette und bekannten sich zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Von der Redaktion

Der Anlass war keine Petitesse“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer im Rahmen der Abschlusskundgebung der gemeinsam mit den Lintorfer Vereinen, Kirchen und der Politik zu einem interreligiösen Friedensgebet in der evangelischen Kirche und einer Menschenkette am vergangenen Sonntag aufgerufen hatte.

Mehr als 2000 Menschen, so die Polizei, waren diesem Aufruf gefolgt. Nach dem gemeinsamen Gebet startete die Kette vom Kirchvorplatz aus bis hin zu einem der Tatorte auf der Speestraße. Von Mensch zu Mensch wurde ein Friedenslicht weitergereicht, ganz dem Motto entsprechend: Hand in Hand für Zusammenhalt.

Es sei eine starke Erklärung für Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit gewesen, so der Christdemokrat weiter.

Alle Beteiligten zeigten sich überwältigt von dem Bild, welches sich mitten im Herzen von Lintorf bot: Tausende Kerzen leuchteten an einem der Orte der diskriminierenden Schmierereien, die eine Woche zuvor für Entsetzen gesorgt hatten. Beeindruckt von dem starken Zeichen waren auch Dr. Oded Horowitz, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, und der Holocaust-Überlebende Herbert Rubinstein, die der Einladung gerne gefolgt waren, um die Aktion zu unterstützen.

Horowitz bedankte sich für das Engagement, bat aber auch darum, es nicht allein bei diesem Zeichen zu belassen und sich auch im Alltag gegen Antisemitismus und Diskriminierung einzusetzen. Neben Bürgermeister Klaus Konrad Pesch, Landrat Thomas Hendele, Peter Beyer und seiner Kollegin Kerstin Griese, sprachen Dr. Andreas Preuss, Chef der Bruderschaft Lintorf, Helga Krumbeck, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Lintorf und Max Kompalik, Vorsitzender der AWO stellvertretend für alle Lintorfer Vereine.

Der Anlass für die Aktion und den Aufruf Beyers waren antisemitische Schmierereien auf Schaufensterscheiben und Häuserwänden mitten in Lintorf, die eindeutig einen rechten Hintergrund hatten. Neben einer Art „Bekennerschreiben“, wies auch das Graffiti selbst auf eine gezielte politische Tat hin. Die Farbe „Rosa“ sei nicht zufällig gewählt, so Beyer, erinnere sie doch an das Bekennervideo des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds. Der Staatsschutz ermittle.

Alle Unterstützer des Friedensgebetes und der Menschenkette waren stolz, denn Lintorf habe deutlich gemacht, dass man entschieden gegen Extremismus und Angriffe auf demokratische Werte eintrete müsse und kann.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)