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Ratingen 04/19: Derzeit noch in der Grauzone

Ratingen 04/19: Derzeit noch in der Grauzone
Standen der Dumeklemmer-Redaktion Rede und Antwort: Jens Stieghorst (links), Vorsitzender des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19, und „Vize“ Michael Schneider. FOTO: pk
Ratingen (pk). Hohe Ziele hatten die Verantwortlichen der Dumeklemmer-elf zu Saisonbeginn ausgegeben. Doch die Mannschaft blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Was sind die Gründe? Von Pierre-Claude Hohn

„Wir haben unser selbstgestecktes Ziel verpasst“, sagt der Vorsitzende des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19, Jens Stieghorst. Die Grauzone sollte verlassen werden, man wollte endlich mal ganz oben mitspielen. Doch nach Beendigung der Hinrunde ist die Bilanz ernüchternd: Platz neun mit 27 Punkten, der Spitzenreiter VfB Homberg ist bereits mit 44 Punkten weit enteilt. Auf die Frage, welche Fehler man gemacht habe, antwortet der Präsident Jens Stieghorst : „Keine“. Man habe alles getan, um die Mannschaft in Abstimmung mit dem Trainerstab zu verstärken.

Dann seien Dinge passiert, die man nicht beeinflussen kann. So hat Carlos Penan uns aus beruflichen Gründen verlassen und spielt derzeit keinen Fußball mehr. „Diesen bulligen Außenstürmer haben wir nicht ersetzen können. Zudem konnten wir Luka Bosnjak nicht halten, weil er von seinem neuen Verein SpvG. Schonnebeck einen Ausbildungsplatz angeboten bekam. Da war für uns nichts zu machen. Außerdem verletzte sich unser Stammtorwart Dennis Raschka so sehr, dass er die komplette Hinrunde ausfiel. Das hat die Mannschaft geschockt“, bedauert Stieghorst. „Vize“ Michael Schneider ergänzt: „Hinzu kommt, dass auch Fußballer Menschen und keine Maschinen sind. Von daher ist es ganz normal, dass einige Spieler, die in der vergangenen Saison noch Leistungsträger bei uns waren, aus ihrem Formtief nicht herauskommen. Da kann man planen, wie man will.“ Den Kopf in den Sand stecken, kommt für die Vereinsspitze aber nicht in Frage. Zu diesem Thema erklären Stieghorst und Schneider unisono: „Wir lassen unser Ziel nicht aus den Augen. Fest steht aber, dass wir das Umfeld um die erste Mannschaft auf breitere Beine stellen müssen. Das machen andere Oberligisten auch.“

Deshalb wurde auch mit Georg Mewes ein neuer sportlicher Leiter, der sich in der Oberliga bestens auskennt, verpflichtet. Er wird für die Kaderplanung verantwortlich sein. Zudem wird er die Schnittstellen 1. und 2. Mannschaft sowie U19-Nachwuchs managen. „Hier haben wir viele Talente. Das hat sich heute beim 5:0-Sieg gegen SC Velbert gezeigt, wo fünf U 19-Spieler und einer aus der zweiten Mannschaft auf dem Platz standen“, stellt Stieghorst fest. Zusätzlich wurde mit Goran Tomic ein neuer Co-Trainer installiert. Der 43-Jährige B-Lizenz-Inhaber war zuletzt für die Sportfreunde Baumberg tätig und kehrt nun zu 04/19 zurück. Ferner arbeiten ab sofort auch Spielerbeobachter, sogenannte Scouts, für den Ratinger Oberligisten. Aber das allein reicht noch nicht, um in der Oberliga-Spitze mitzuspielen. Es muss sich auch noch qualitativ etwas im Kader der Dumeklemmer-elf tun. Da trifft es sich offenbar gut, dass Ratingens neuer Co-Trainer Tomic zuletzt für Baumberg tätig war, denn mit dem derzeitigen Oberliga-Zweiten wurde ein Abkommen ausgehandelt. Demnach erhält Ratingen 04/19 Verstärkungen aus dem Baumberger Kader. Nicht mehr zum Ratinger Kader zählen ab sofort Ismael Cakici und Aleksandar Pranjes. Beide Stürmer können sich ab sofort einen neuen Verein suchen. Aus all diesen Aktivitäten kann jedermann erkennen, dass die Vereinsführung nach wie vor, sehr engagiert zu Werke geht, um das Vereinsschiff weiter nach vorne zu bringen. Dazu gehört auch, dass die Vorsitzenden Stieghorst und Schneider wohl überlegt handeln, somit für Stabilität sorgen, selbst bei Krisen keine Wildwest-Aktionen starten.

Die neuen Planungen sollen längerfristig dem Verein helfen. Hierbei denkt man bereits an die Saison 2019/2020.

„Trotzdem gilt für die laufende Saison, dass in der Rückrunde noch mächtig gepunktet werden soll. „Vielleicht reicht es dann ja doch noch zu einem Spitzenplatz in der Oberliga. Aber besonders wichtig ist es, dass wir unseren Sponsoren und Zuschauern gute Heimspiele bieten“, erklären Jens Stieghorst und Michael Schneider. Damit ist klar, dass die guten Ideen und Vorsätze, die vor Saisonbeginn entwickelt wurden, nicht gestorben sind – ganz im Gegenteil.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)