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Schatzkammer des Karnevals

Schatzkammer des Karnevals
„Das ist wie ein Schneeball“: Unzählige Karnevalsutensilien hat Reiner Fritsch im Laufe der Jahren zusammengetragen. Im seinem Keller haben sie einen Platz gefunden. Fotos (2): D. Herrmann
Rund 2000 Orden, etliche Uniformen, Mützen, unzählige Dokumente und Zeitungsartikel hat Reiner Fritsch im Laufe vieler Jahre zusammengetragen. In seinem Keller ist es zu besichtigen, das Ratinger Karnevalsarchiv. Von Dirk Herrmann

Vom Hausflur geht es links durch die Tür eine steile Treppe hinab. „Vorsicht mit dem Kopf“, sagt Reiner Fritsch, „das ist nichts für groß gewachsene Menschen hier.“ Vorbei an einem Plakat vom Ratinger Karnevalszug aus dem Jahr 1972, auf dem ein grüner Lindwurm zu sehen ist, rechts durch eine weitere Tür in die Schatzkammer und dann – staunen! Das funkelt und glitzert nur so. Hunderte, ach was, tausende Orden hängen da fein säuberlich aufgereiht an den Wänden, in Holzrahmen hinter Folie. Weitere lagern in einer Vitrine unter Glas. In diversen Schubladen gibt es noch mehr, eine genauere Sichtung würde wahrscheinlich einige Stunden in Anspruch nehmen. Neben der Vitrine stehen Schaufensterpuppen in Garde-Uniformen. Auf rund 20 Quadratmetern verwahrt Reiner Fritsch in diesem Keller, der früher ein Hobbyraum war, was er in vielen Jahren zusammengetragen hat. Auch Uniformen, Mützen, Urkunden und Zeitungsausschnitte hat er aufgehoben. Zusammen ergibt das eine zwar nicht gänzlich vollständige, aber dennoch sehr umfangreiche Dokumentation des Ratinger Karnevals. Alle hiesigen Vereine sind mit verschiedenen Utensilien vertreten.

Wie ein Schneeball

Da gibt es die Elferratsmütze der Prinzengarde Rot-Weiß aus dem Jahr 1936, den Orden der Prinzengarde Blau-Weiß aus dem Jahr 1938 oder den nur ein Jahr jüngeren der Ratinger Spiesratze Grün-Weiß. Besonders stolz ist Reiner Fritsch auf das Prinzessinnen-Mützchen aus dem Jahr 1955, seinerzeit getragen von Ingeborg Junker. An einer Wand hängen Bilder der Ratinger Prinzenpaare von 1931 bis 2018.

Etliche Exponate lagern noch in Kartons und Kisten, wie viele es genau sind – Reiner Fritsch weiß es nicht. Es kommen ja auch ständig neue hinzu. „Das ist wie ein Schneeball“, sagt er. Ein Ende sei nicht abzusehen. Mittlerweile sind auch die Vereine auf den emsigen Sammler aufmerksam geworden. Wenn sie Informationen oder Stücke aus ihrer Vergangenheit, aus einem bestimmten Jahr suchen, dann kommen sie zu Reiner Fritsch und der hat in der Regel etwas Passendes auf Lager. Bei dem 65-Jährigen trifft Sammelleidenschaft auf Narrentum. Letzteres begleitet ihn schon seit seiner Kindheit und mündete 1975 zunächst in der Mitgliedschaft bei der Prinzengarde Blau Weiß, in deren Vorstand er zeitweise war. Auch der Prinzengarde Rot Weiß gehörte er an.

Mittlerweile beschränkt sich seine aktive karnevalistische Tätigkeit auf die Mitgliedschaft beim RaKiKa. Hauptamtlich ist er jetzt der Hüter des Ratinger Karnevalsarchivs. Übrigens freut er sich immer über neue Stücke. Wer also etwas besitzt, das gut in seine Sammlung passen könnte, darf sich gern bei ihm melden. Auch Besucher, die sich umschauen möchten, sind herzlich willkommen.

Kontakt: Reiner Fritsch, Telefon 0173/2545033, E-Mail: reiner_fritsch@web.de

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)