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Spannung, Dramatik – Happy End

Spannung, Dramatik – Happy End
Ratingens Kreisläufer Max Eugler musste viel einstecken gegen die Kölner Abwehrrecken, die ihm hier fast das Trikot auszog. FOTO: pk
Ratingen (pk). Derzeit stärkstes Team in der Liga: Die SG Ratingen gewinnt auch gegen den TV Köln Wahn und erobert die Tabellenspitze. Von Pierre-Claude Hohn

Wer am Samstagabend statt Langeweile lieber Spannung, Dramatik und Happy End möchte und dabei nicht auf einen Fernseh-Krimi vertraut, der sollte sich auf den Weg in die Halle West an der Gothaer Straße machen. Denn dort liefert Ratingens Handball-Primus SG Ratingen derzeit eine Gala-Show nach der anderen ab. Jüngstes Beispiel war der

28:26 (13:14)-Heimsieg gegen den TV Köln Wahn. Damit setzte das Team von Trainer Khalid Khan nicht nur seine Siegesserie fort, sondern eroberte am zehnten Spieltag der Handball-Regionalliga mit 15:5 Punkten vor dem TSV Bonn (14:4) sogar die Tabellenspitze. Knapp dahinter folgen mit dem TuS Opladen, TV Aldekerk und Rheinwacht Dinslaken drei weitere Teams, die ganz oben mitspielen.

Während bei den grandiosen Heimsiegen gegen Opladen und Aldekerk sowie auswärts beim Spitzenreiter TSV Bonn das SGR-Team spielerisch und kämpferisch überzeugte, so dass selbst der ansonsten mit Lob eher zurückhaltende Trainer Khan von sensationellen Vorstellungen sprach, lief es diesmal nicht rund. Bis zur 40. Minute mussten die Fans bei einer Vier-Tore-Führung der Kölner sogar eine Niederlage befürchten. Denn bei den Gastgebern lief kaum etwas zusammen. Von den Außen Yannik Nitzschmann und Etienne Mensger kam nichts. Nicht einen Treffer markierten die beiden, die ansonsten Torgaranten sind. „Heute war die Mannschaft über weite Strecken der Partie im Kopf nicht klar“, kritisierte Trainer Khan, der dann aber sein Team lobte: „Wie meine Mannschaft innerhalb von 19 Minuten einen 14:18-Rückstand in eine 26:22-Führung verwandelte, das war schon echt Klasse.“ Im Unterschied zur ersten Halbzeit war nun augenscheinlich, dass die Gäste ihr hohes Niveau nicht halten konnten. Zugleich steigerte sich die SGR-Abwehr, ging viel bissiger zu Werke. Außerdem wachten nun die Außenspieler Nitzschmann und Mensger auf, trafen jeweils viermal. Gewohnt stark agierte das Duo Marco Bauer (5 Tore) und Filip Lazarov (9/3 Tore). Trotz der 26:22-Führung nach 55 Minuten wurde es dramatisch in der Schlussphase. Denn die Kölner verkürzten auf 26:27. Da waren noch 21 Sekunden zu spielen. Ratingen hatte Ballbesitz. Mensger war es vorbehalten, mit dem Abpfiff das Tor zum 28:26-Endstand zu erzielen und damit sein Team und die Fans zu erlösen. Ein Spiel, das wahrlich nichts für schwache Nerven war, fand somit ein Happy End. „Nach den Superleistungen müssen wir auch mal ein schwächeres Spiel akzeptieren.

Wenn wir dann trotzdem noch gewinnen, ist doch alles gut“, lachte Trainer Khan. Der setzte erstmals von Beginn an den vom TSV Bayer Dormagen gekommenen Kreisläufer Max Eugler ein. Der talentierte 22-Jährige, dessen Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2021 verlängert wurde, machte seine Sache gut. Weiter geht es für die SG Ratingen erneut mit einem Heimspiel. Dann ist Adler Königshof zu Gast. Die Krefelder schweben in Abstiegsgefahr, sind aber nicht zu unterschätzen, wie zuletzt ihr Sieg gegen das Spitzenteam Rheinwacht Dinslaken beweist. Entsprechend warnt Trainer Khan seine Mannschaft: „Es gibt keine leichten Gegner in dieser Liga. Wir müssen weiter hoch konzentriert sein, um unserer Favoritenrolle gerecht zu werden.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)