: „Auf der Bühne zu stehen, ist fast wie eine Droge“

: „Auf der Bühne zu stehen, ist fast wie eine Droge“

Mirco Köstring und seine Tochter Lea verbindet die Liebe zum Karneval und die Leidenschaft für das Rampenlicht.

Ratingen (dir).Vater und Tochter. Er: Präsident vom Karnevalsausschuss Ratingen (KA), langjähriger Moderator und Programmplaner der Prinzenpaarproklamation. Sie: Präsidentin beim RaKiKa, Tänzerin, Moderatorin bei der Kinderprinzenpaarkürung. Mirco und Lea Köstring – beide sagen: „Wir sind Rampensäue. Auf der Bühne zu stehen, das ist ein bisschen wie eine Droge.“

Der Weg in die Sucht – für Mirco Köstring begann er auf der Feier zum 50. Geburtstag von Bernd Teege im April 2000. Er saß gemeinsam mit Achim Pohlmann, dem damaligen Präsidenten der Anger Garde, an einem Tisch und fragte ganz harmlos: „Wie wird man eigentlich Prinz in Ratingen?“ Pohlmann wusste welche Strippen man ziehen muss, folgerichtig wurde im Januar 2001 Mirco Köstring zum Prinzen gekürt.

Zur Prinzessin nahm er seine damalige Frau Nicole. „In dieser Session hat es mich gepackt“, sagt er. Er trat den Roten Funken bei, fungierte dort als Vize-Präsident von 2003 bis 2006. Ein Jahr später kam der Karnevalsausschuss auf ihn zu, auch hier wurde er zunächst Vize-Präsident, bevor die Mitglieder ihn 2008 zum Präsidenten wählten.

Seine Tochter Lea war zu dem Zeitpunkt zarte fünf Jahre alt und bereits seit drei Jahren Mitglied der Roten Funken; beim Rosenmontagszug durfte sie auf dem Wagen der Ex-Prinzen mitfahren, was ihr ebenso viel Spaß machte, wie die Auftritte des Kinderprinzenpaares in der Johann-Peter-Melchior-Schule, die sie später besuchte. In der vierten Klasse keimte das Verlangen auf, selbst auch Prinzessin zu werden.

Sie bewarb sich beim RaKiKa und 2013 ging ihr Wunsch in Erfüllung. Der Prinz an ihrer Seite hieß Lukas Borowski. Es war ein tolles Jahr und auch sie fing, wie ihr Vater, Feuer für den Karneval. Und sie entdeckte ihre Leidenschaft fürs Tanzen. Zunächst bei blau-weiss, dann ab 2016 bei Rot-Weiß.

Lea Köstring betreibt Gardetanz und ihr Vater sagt: „Sie ist supergut!“ Die Sportlichkeit hat sie womöglich auch von ihm geerbt, früher hat er Football gespielt. „Ich konnte auch Spagat“, versichert er. Das ist eine Weile her. Wenn er heute sieht, wie seine Tochter über die Bühne wirbelt, wird ihm manchmal ein wenig schwindelig, aber natürlich ist er stolz.

Sie trainiert zwei bis dreimal die Woche jeweils zwei Stunden: Hebefiguren, Radschläge – Gardetänzer sind auch Akrobaten. „Mein Traum ist es, bei den Kölner Rheinveilchen zu tanzen“, sagt sie. Das wäre dann quasi die Champions League im Gardetanz.

Ihre Zeit als Präsidentin beim RaKiKa neigt sich dem Ende zu, einige Erlebnisse werden ihr in lebhafter Erinnerung bleiben. Etwa die Kinderprinzenpaarkürung im Jahr 2016, als die Stadthalle während der Veranstaltung komplett geräumt werden musste: Eine defekte Popcornmaschine hatte einen Feueralarm ausgelöst. Eine dreiviertel Stunde musste unterbrochen werden.

Sie hat danach einfach locker über die Panne hinwegmoderiert.

Ganz der Papa, der freilich noch keinen Gedanken ans Aufhören verschwendet. Bernd I. und Claudia II. sind das 13. Prinzenpaar, deren Kürung er auf der Bühne begleitet hat, und wenn es nach ihm geht, sollen noch einige folgen. Wenn er aber wider Erwarten doch eines Tages genug hat, dann könnte er das Mikro ja einfach an seine Tochter weitergeben.