Corona-Virus: Warum trotz meist leichten Krankheitsverlaufs teils massive Schutzmaßnahmen erforderlich sind

Corona-Virus : Schutzmaßnahmen bei der Feuerwehr

Das Corona-Virus breitet sich in NRW weiter aus. Die Feuerwehr Ratingen reagiert mit der Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen, an denen 30 oder mehr aktive Einsatzkräfte teilnehmen.

Es festigt sich die Erkenntnis, dass die Krankheit bei den meisten Patienten einen leichten Verlauf nimmt. Gleichwohl sind in sensiblen Bereichen, zum Beispiel bei der Feuerwehr, bis auf Weiteres relativ drastische Maßnahmen erforderlich. So stellt sich, grob zusammengefasst, die aktuelle Lage dar.

Leichter Krankheitsverlauf auf der einen Seite, weit reichende Schutzmaßnahmen wie Quarantäne oder Absage von Veranstaltungen, das passt nur scheinbar nicht zusammen. Da ältere und geschwächte Menschen aber gefährdet und das Virus zudem noch zu wenig erforscht ist, können die Auswirkungen einer Pandemie nicht ausreichend eingeschätzt werden.

Daher haben die Gesundheitsbehörden bundesweit eine Pandemie-Strategie entwickelt, die sich in drei Phasen gliedert. Die erste, in der wir uns zurzeit befinden, ist die Eindämmungsphase. Darin geht es, kurz gesagt, vor allem darum, Zeit zu gewinnen. Dies ist erstens wichtig, um die Erforschung der Krankheit und möglicher Therapie- bzw. Schutzmittel voranzubringen. Und zweitens, um die aktuelle Hochphase der "normalen" Grippewelle zu überbrücken. Diese bindet Kapazitäten in der medizinischen Versorgung, wird aber mit dem Frühling abebben. Die Corona-Epidemie dagegen voraussichtlich nicht.

Daher wird zurzeit mit massiven Mitteln versucht, die Verbreitung der Krankheit zu verzögern. Das beinhaltet, dass Menschen in begründeten Verdachtsfällen, etwa bei einem Erstkontakt zu einem nachweisbar Infizierten, unter Quarantäne gestellt werden. In einigen Bereichen wäre so ein Szenario kritisch, etwa bei der Feuerwehr und den Rettungsdiensten. Daher werden bei der Feuerwehr Ratingen zurzeit alle Veranstaltungen verschoben bzw. abgesagt, an denen 30 oder mehr aktive Einsatzkräfte teilnehmen. Betroffen davon ist auch die jährliche Wehrversammlung, die am 13. März hätte stattfinden sollen, nun aber auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Als allgemeine Präventivmaßnahmen gibt das Kreisgesundheitsamt nach wie vor folgende Empfehlungen ab: Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen auch vor dem Corona-Virus Husten- und Niesetikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter). Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Besondere Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Desinfektion, werden seitens des Gesundheitsamtes für die Allgemeinheit weiterhin nicht empfohlen. Bei einem begründeten Verdacht (Symptome, Teilnahme an einer Veranstaltung, an der auch Infizierte teilgenommen haben) sollte der Hausarzt konsultiert werden, allerdings unbedingt zunächst telefonisch. Die Empfehlungen richten sich dabei streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts RKI www.rki.de, hier gibt es laufend umfassende und aktuelle Informationen.