Die Kümmerer der Ratinger Lieblichkeit

Die Kümmerer der Ratinger Lieblichkeit

Jubiläum für die Prinzengarde Blau Weiss: 8x11 Jahre wird sie alt. Eine ihrer wichtigsten Funktionen: der Ratinger Karnevalsprinzessin, das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Am Morgen des Altweiber-Donnerstags treffen sich traditionell rund 25 Prinzgardisten. Sie bereiten ein transportables opulentes Frühstück vor und begeben sich damit zum Haus des amtierenden Ratinger Prinzenpaares. Kurz darauf stehen sie im Schlafzimmer am Bett der Prinzessin, schauen ihr beim Essen zu und singen fröhliche Lieder. Die Lieblichkeit wird übrigens auf den Besuch vorbereitet, "wir lassen da niemanden ins offene Messer laufen, schließlich wollen wir der Prinzessin eine Freude machen", betont Michael Schleicher, Ehrenpräsident, der Prinzengarde Blau Weiss, die in diesem Jahr ihren 8 x 11.

Geburtstag feiert. Rund 300 Mitglieder zählt der Verein und damit gehört er zu den größten in Ratingen. Vornehmliche Aufgabe der Blau Weissen ist es, sich während der gesamten Session um die Prinzessin zu kümmern. Und auch beim Rathaussturm kommt ihnen seit langem eine wichtige Rolle zu. Blau Weiss befindet sich nämlich im Besitz einer Bonbonkanone, mit der die Festung des Bürgermeisters in Beschuss genommen wird. Früher flogen Tennisbälle, Wolfgang Diedrich schützte sich seinerzeit mit einer Torwartausrüstung der Ice Aliens. Mittlerweile wird nur noch mit Softbällen geschossen.

Das erhöht zwar nicht die Trefferquote, dafür aber die Sicherheit erheblich. Anlässliche des Geburtstags hat es Blau Weiss aber jetzt schon ordentlich krachen lassen. Die Jubiläumssitzung war mit Künstlern wie Bernd Stelter und den Höhnern hochkarätig besetzt. Und auch beim Karnevalszug will der Verein für Furore sorgen — mit einem aufwendig, von Jacques Tilly mitgestalteten Wagen. "Das ist ein tolles Ding", verspricht Michael Schleicher. Auch sonst haben die Blau Weissen allen Grund gut gelaunt nach vorn zu blicken: Ihre Veranstaltungen sind stets ausverkauft und um Vereinsnachwuchs müssen sie sich nicht sorgen. "Wir haben viele junge Leute in unseren Reihen", so Michael Schleicher. Auch dazu: Herzlichen Glückwunsch!