Die Roten Funken haben es bei Viva Ratingia ordentlich krachen lassen

Karneval : Danke für diesen Wahnsinn!

Bis spät in die Nacht und über die Mauern der Dumeklemmer Halle hinaus waren sie zu hören: die Bässe und das Wummern der Boxen im Beat, die Bands wie Räuber, Lupo, Kasalla, Klüngelköpp und Cat Ballou in den Ratinger Nachthimmel schickten.

Dienstagabend herrschte in der Dumeklemmerhalle der absolute Ausnahmezustand. Viva Ratingia, die große und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte „ultimative Funkenfete“ der Roten Funken war angesagt. Eine Karawane von kostümierten Besuchern zog am frühen Abend in die Halle ein, um an einem ganz normalen Wochentag die Nacht zum Tag zu machen und einfach nur abzufeiern.

Das Vorprogramm mit einem schmissigem Charleston und dem Gardetanz des Jugendtanzpaars ging leider etwas unter im erwartungsvollen Geräuschpegel, der noch im Saal herrschte. Auch das Prinzenpaar samt Schirmherren fasste sich kurz und machte schnell die Bühne frei. Dank der guten vorausschauenden Planung von Prinzenführer Herbert Stefes stand kein weiterer Termin im Kalender und so konnten sie an diesem Abend einfach nur inmitten ihres Narrenvolks fröhlich mitfeiern. Und ein weiterer prominenter Besucher nutzte die Gunst der Stunde und zeigte sich als wahrer Anhänger der Funkenparty: Innenminister Herbert Reul wurde von Präsident und Vorsitzendem Michael Droste herzlich begrüßt.

Karneval ist ohne ihre Hits nicht denkbar… die Band Räuber eröffnete den langen Abend und brachte mit ihrer Mischung aus neuen Hits und alten Klassikern die Gäste zum Schunkeln und Mitsingen, was die Jungs vom Hahnenschrei mit ihrem Auftritt nahtlos fortsetzen konnten. Und dann kamen die jüngeren Vertreter des Kölsch Rock: Lupo, die im Jahr 2018 als Schülerband mit ihrem Hit „För die Liebe nit“ ihren Durchbruch schafften. Der Song ist quasi ein vertontes Kölsch Wörterbuch und das Ratinger Publikum zeigte, dass es sich in dieser „Fremdsprache“ bestens auskannte.

Mit einer der größten Tanzgruppen aus Köln „De Höppemötzjer“ wurde Tanz und Akrobatik auf die Bühne gebracht. Es wirbelte auf der Bühne und in der Luft, man wusste gar nicht wohin man schauen sollte. Sie lieferten eine fantastische Show und waren eine großartige Bereicherung des Programms. Kasalla um Frontmann Bastian Kampmann, bewiesen eindrucksvoll, dass sie die Nominierung für den Echo im Jahr 2018 mehr als verdient haben und sich von einer Karnevalsband zu wahren Vertretern der kölschen Mundart gemausert haben.

Ihre Hits wie „Pirate“ und „Stadt met K“ werden mittlerweile das ganze Jahr über deutschlandweit in ausverkauften Stadien mitgesungen und auch die Ratinger waren textsicher und feierten diese Band frenetisch. Zu einem Ausflug in die 80er Jahre lud dann der schwungvolle Showtanz des Hühnerstalls der Roten Funken ein. Die Jungs mit den schönsten Hosenträgern der Szene, Klüngelköpp, sind schon Stammgäste auf der Bühne in der Dumeklemmerhalle, zum 6. Mal waren sie bei Viva Ratingia dabei und sie zeigten sich auch dieses Mal begeistert über das Ratinger Publikum. „Stääne“, ihr stimmungsvoller Hit über die Liebe zur Domstadt wurde passagenweise komplett allein vom Publikum getragen.

Auch ihre rhythmische Trommelaktion als „Blue Man Group“ wurde gefeiert. Cat Ballou, schaffte es ebenfalls mit ihrem Hit „Et jitt kei Wood“ bis in die deutschen Singlecharts und beendeten den langen Abend mit ihren gefühlvollen Kölsch Pop Balladen. Ihrer Aufforderung „Liebe Deine Stadt“ kamen die Ratinger nach und so manches Herz schlug noch lange im Takt mit der Domstadt. Was bleibt am Ende nach diesem Abend: die Halle war ausverkauft, das Programm großartig, die Servicebrigade schnell und freundlich, die Stimmung sensationell… „Danke für diesen Wahnsinn!“ schrieb ein Gast am Ende über Facebook an die Funken. Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen.