Helga Krumbeck von der Werbegemeinschaft Lintorf im Interview

Helga Krumbeck : „Weihnachtsmarkt findet so nicht mehr statt“

Licht und Schatten bei den Veranstaltungen der Werbegemeinschaft Lintorf. Das Dorffest brummt, der Weihnachtsmarkt steht zur Disposition. Im Interview erzählt die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Lintorf, Helga Krumbeck, woran’s liegt.

Lintorf (dir). Das Dorffest mit Handwerkermarkt ist für die Werbegemeinschaft Lintorf eine wunderbare, große Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr nehmen 180 Aussteller an der Veranstaltung teil, so viele wie nie zuvor. Langsam wird es eng auf Spee- und Krummenweger Straße. Die Besucher freilich dürfen sich freuen, gibt es doch noch mehr zu entdecken und zu erleben.

Der Ansturm ist traditionell groß. An den zwei Tagen schlendern je nach Wetterlage geschätzt bis zu 12.000 Menschen von Stand zu Stand – so etwas nennt man dann wohl Publikumsrenner. Sorgen dagegen bereitet Helga Krumbeck, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, der Lintorfer Weihnachtsmarkt, denn der kam bei vielen Besuchern zuletzt offenbar nicht mehr so gut an.

Frau Krumbeck, das Dorffest wird jedes Jahr größer. So viele Aussteller wie in diesem Jahr waren noch nie dabei. Wo soll das noch hinführen?
Helga Krumbeck: Wir freuen uns sehr, dass diese Veranstaltung so großen Zuspruch hat. Bereits im Frühjahr kommen die ersten Bewerbungen, und wir haben eine lange Warteliste von Ausstellern. Der Handwer-kermarkt ist ein sehr großes Event, das der Vorstand selber organisiert, und wir kommen da schon an unsere Grenzen. Vor allem, was die Organisation und alle Sicherheitsanforderungen anbelangt.

Wie sieht es mit Unterstützung seitens der Stadt aus?
Krumbeck: Die ist vorhanden und dafür sind wir auch sehr dankbar. Die Stadt bemüht sich und tut, was sie kann, aber auch hier gibt es mittlerweile ein Personalproblem. So wurde der Werbegemeinschaft in diesem Jahr nahegelegt, die Beschilderungen für die Umleitungen an den Zugangsstraßen nach Lintorf selbst aufzustellen. Dafür sollten wir sogar eigens geschult werden. Ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen. In diesem Jahr werden wir das aber dank der Unterstützung des TuS08 Lintorf und dank der Firma Protection Team stemmen können.

Die Werbegemeinschaft hat doch so viele Mitglieder. Finden sich da nicht ein paar Freiwillige?
Krumbeck: Es wird immer schwieriger, Leute zu bekommen. Zum Beispiel mangelt es an Hilfskräften für den Aufbau der Zeltpavillons für die Aussteller. Bisher hat es immer noch geklappt und das wird es sicher auch in diesem Jahr. Dennoch, wir können jede helfende Hand gebrauchen.

Da kann man froh sein, dass die anderen Veranstaltungen der Werbegemeinschaft nicht ganz so viel Aufwand erfordern.
Krumbeck: Die Dimensionen wie beim Dorffest haben wir sonst natürlich nicht. Aber auch alles andere muss gut vorbereitet werden. Am 5. und 6. Oktober haben wir unser Bayerisches Wochenende, am 21. November die Lintorfer Lichter und im kommenden Jahr dann das Jubiläum mit der 30. Auflage des Weinmarkts.

Den Weihnachtsmarkt haben Sie jetzt ganz vergessen.
Krumbeck: Der ist unser Sorgenkind und wird wohl in seiner bisherigen Form nicht mehr stattfinden.

Warum nicht?
Krumbeck: Wir hatten in den letzten Jahren einfach zu viel negative Resonanz auf die Veranstaltung. Viele Besucher fanden den Markt schlicht nicht schön und das Angebot unattraktiv. Es gab auch immer wieder Vergleiche mit Hösel und die Bemerkung, dass der Weihnachtsmarkt dort wesentlich mehr Atmosphäre habe. Was nicht zuletzt daran liegt, dass in Hösel Holzhütten aufgestellt werden.

Und die kommen für Lintorf nicht in Frage?
Krumbeck: Grundsätzlich schon, aber natürlich kostet das mehr Geld. Wir haben bei den Mitgliedern angefragt und es fanden sich gerade mal drei, die bereit gewesen wären, die Kosten für eine Holzhütte zu übernehmen. Wir bräuchten aber mindestens zehn.

Das heißt jetzt, der Lintorfer Weihnachtsmarkt wird ersatzlos gestrichen?
Krumbeck: Das wäre schon sehr schade. Immerhin ist es die älteste Veranstaltung der Werbegemeinschaft. Ich könnte mir stattdessen eine Art weihnachtlichen Treff vorstellen. Wie genau der aussehen könnte, werden wir in der Werbegemeinschaft nach dem Dorffest besprechen.

Ganz anderes Thema: Wie sieht es eigentlich derzeit mit dem Leerstand auf der Speestraße aus?
Krumbeck: Den gibt es, aber ich finde, er ist vergleichsweise gering. Wir arbeiten sehr eng mit der Ratinger Wirtschaftsförderung zusammen, um die Situation weiter zu verbessern. Bezüglich der leerstehenden Nettofiliale am Konrad-Adenauer-Platz hoffen wir, kurzfristig von der Stadt positive Nachrichten zu einem neuen Lebensmittelmarktbetreiber zu erhalten.Grundsätzlich kann man aber sagen, dass wir in Lintorf ein hervorragendes Angebot haben.