„Hier kenne ich jeden Strauch“

„Hier kenne ich jeden Strauch“

Heimatverbunden, sympathisch, tierlieb – König Dirk Känzler und seine Königin Katja.

Er ist ein echter Tiefenbroicher: der noch amtierende Schützenkönig Dirk Känzler. Der 36-jährige Tischler gehört seit 21 Jahren der St. Sebastianus-Bruderschaft Tiefenbroich an. Geboren ist er zwar in Kaiserswerth. Aber groß geworden ist er in Tiefenbroich im Rott. „Das hier ist meine Heimat. Hier kenne ich jeden Strauch. Und auch die Menschen kennt man. Deshalb fühle ich mich hier wohl“, sprudelt es aus dem heimatverbundenen Dirk Känzler heraus. Da ist es kaum noch ein Wunder, dass es den Schützenkönig nach seiner Sturm- und Drangzeit nur eine Hausnummer weiterzog, um einen eigenen Haushalt zu gründen.

Seine große Liebe fand der 36-Jährige im Hühnerstall der Roten Funken. Dort sah er Katja tanzen und war hin und weg. So einfach war die gelernte Reiseverkehrskauffrau aber nicht zu bekommen. Denn Katja liebte ihre beiden Katzen über alles: eine liebliche Perserkatze „Lilly“ und die freche britische Kurzhaarkatze „Luna“. Das war nicht leicht für Dirk, denn er ist nicht gerade ein Katzenfreund. Aber Katja erklärte: „Mich gibt’s nur im Doppelpack.“ Das war 2011. Zähneknirschend sagte Dirk damals ja. Eine Entscheidung, die er nicht bereut hat. Heute ist er fast schon zum Katzenfreund geworden. „Die beiden mögen ihn“, freut sich Katja. Und vor dreieinhalb Jahren haben Dirk und Katja geheiratet. Die beiden passen ideal zusammen, pflegen doch beide die gleichen Hobbys.

Im Brauchtum (Schützen und Karneval) sind beide zuhause. Katja tanzt nicht nur seit 14 Jahren für das Hühnerstall-Ensemble, sie engagiert sich auch als Nachwuchs-Tanztrainerin der Stadtgarde Funken „Rot-Wiss“. Dazu kommen ihre Trainingszeiten als Hühnerstall-Mitglied. Über mangelnde Bewegung kann sich die 42-Jährige wahrlich nicht beklagen, zumal sie sich auch beruflich verändert hat. Vor fünf Jahren hat sie mit einem Kollegen zusammen eine U3-Kita, eine Kindergroßtagespflege gegründet.

Eine entsprechende, langwierige Ausbildung zur Tagespflegeperson hat Katja Känzler neben ihrer Berufstätigkeit gemacht und geschafft. „Neun Kinder betreuen wir nun. Das hält ganz schön auf Trab“, weiß Katja und lächelt dabei. Denn diese Arbeit macht ihr Spaß. Dann bricht Dirk Känzler eine Lanze für seinen Schützenverein. „Wir sind zwar nur ein kleiner Schützenverein mit 130 Mitgliedern, aber das ist ja gerade das Schöne. Hier spricht jeder mit jedem, egal welcher Kompanie er angehört.

Wir bekommen auch keine Luxuslimousine mit Fahrer zur Verfügung gestellt. Mein Privatwagen tut es auch. Es gibt nicht einmal KM-Geld.

Aber man tut es ja gerne.“ Auch durch den Handballsport ist der Schützenkönig bekannt.

Für den TV Tiefenbroich und den TuS Erkrath hat er als Mittelmann gespielt. Derzeit ist er noch aktiv in der „Dritten“ des TuS Lintorf (Kreisklasse) und freut sich, mit seinem Bruder Marc (40) wieder zusammen in einer Mannschaft spielen zu können. Ende Mai geht nun die Königszeit zu Ende.

Beide sagen: „Die Königszeit hat Spaß gemacht, auch wenn es im Januar, als sich die Termine bei den Schützen und Funken drängten, mal stressig wurde. Es waren viele Termine dabei mit schönen Abenden.“

Das wollen beide nicht missen. Übrigens, unter aktive Schützenmitgliedschaft versteht Dirk Känzler auch, mal etwas Neues zu kreieren. So hat er mit einigen Schützenbrüdern zusammen die Idee entwickelt, ein Benefizkonzert während der tollen Tage des Schützenfestes zu veranstalten. „Da sollen Ratinger Bands unentgeltlich im Festzelt auftreten. Das Eintrittsgeld wird der Behinderten-Organisation „Gänseblümchen“ zugute kommen.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)
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