: Mehr Party, weniger Mobbing

: Mehr Party, weniger Mobbing

Der Jugendrat in Ratingen möchte die U15-Partys wieder aufleben lassen und legt ein Konzept zur Vermeidung von Mobbing an Schulen vor.

Geduld und Beharrlichkeit zählen bei Jugendlichen nicht gerade zu den beliebtesten Skills. Dass diese sich aber irgendwann auszahlen, weiß der Ratinger Jugendrat schon aus vielfacher Erfahrung. Ein aktuelles Beispiel dafür war die jüngste Jugendratssitzung, auf der sich die neue Jugendamtsleiterin Sabine Klocke den Mitgliedern persönlich vorstellte und das Gremium mit einer Reihe guter Nachrichten überraschte. So sollen die früher so beliebten und von der Stadt dann eingestellten U15-Partys in Ratingen-Ost wieder aufleben. Seit gut drei Jahren drängt der Jugendrat – bislang vergebens – darauf, dieses Angebot in Ost wieder auf die Beine zu stellen.

Sabine Klocke sagte dem Jugendrat zu, dass die Partys übergangsweise in der Lintorfer Manege stattfinden können. Dazu würde in Ratingen-Ost ein Shuttleservice eingerichtet, damit die Jugendlichen sicher nach Lintorf und zurück gelangen. Mittelfristig sollen die U15-Partys wie vom Jugendrat beantragt wieder im Gemeindezentrum der Freikirche am Kaiserberg durchgeführt werden.

Die Gemeinde hatte bereits Anfang des Jahres dem Jugendrat die Nutzung der Räume zugesichert. Bei der Umsetzung hält das Jugendamt die Fäden in der Hand. So soll eine vakante Mitarbeiterstelle, die demnächst wiederbesetzt wird, um mehrere Wochenstunden aufgestockt werden, und so die Umsetzung der U15-Partys sicher stellen. Die nächste gute Nachricht betraf das Internationale Filmcamp, das vor vier Jahren auf große Begeisterung gestoßen war. Seitdem bemüht sich der Jugendrat um eine Neuauflage des Filmprojektes, an dem Jugendliche aus den Partnerstädten Gagarin, Maubeuge, Le Quesnoy, Kokkola und Wuxi teilgenommen hatten. Die neue Amtsleiterin sagte jetzt zu, dass das Projekt fortgeführt werde. Die Konzeption soll mit den verschiedenen Akteuren und Jugendratsmitgliedern abgestimmt werden. Noch vor den Sommerferien ist ein erstes Arbeitstreffen geplant. Die finanziellen Mittel für das Projekt seien bereits angemeldet.

Weitere Erfolgserlebnisse

Einen Schritt voran geht es beim Thema W-Lan in den Jugendzentren, an dem der Jugendrat bereits seit langem „dran“ ist. In der Sitzung gab es vom Jugendamt die Zusage, dass nach Rücksprache mit der IT-Abteilung eine externe Firma mit der Installation beauftragt werden soll. Immerhin: Im Jugendzentrun Hösel, im LUX auf der Turmstraße und in der Lintorfer Manege funktioniert es mittlerweile. Gute Nachrichten aus anderen Stadtämtern sorgten bei den Mitgliedern des Jugendrates für weitere Erfolgserlebnisse. So ist die von der Jugendvertretung beantragte Beleuchtung des Ostparkes auf den Weg gebracht. Das Planungsamt hat den Stadtwerken den entsprechenden Auftrag erteilt. Bis zum Jahresende soll die Installation der Leuchten abgeschlossen sein, damit niemand mehr durch einen dunklen Park gehen muss.

Unter Berücksichtigung der Ausstattungswünsche des Jugendrates werden zurzeit die Bolzplätze an der Kaiserswerther Straße und Kokkolastraße modernisiert. Sie erhalten einen gelenkschonenden Kunststoffbelag, Basketballkörbe, neue Tore und einiges mehr. Eine weitere Herzensangelegenheit des Jugendrates ist das Jugendkulturjahr in 2020. Zur Vorbereitung haben sich mit Beteiligung des Jugendrates verschiedene Arbeitsgruppen getroffen. Kulturamtsleiterin Andrea Töpfer erfreute die Jugendvertreter mit der Mitteilung, dass vor allem von und mit Jugendlichen entwickelte Projektideen gefördert werden sollen.

Voran geht es auch mit dem von der Schul-AG des Jugendrates entwickelten Konzept zur Vermeidung von Mobbing an weiterführenden Schulen.

Die neue Jugendamtsleiterin lädt dafür im Juni Vertreter des Jugendrates und die Schulsozialarbeiter des Jugendamtes zur gemeinsamen Beratung darüber ein, mit welchen Maßnahmen künftig Mobbing an Schulen frühzeitig aufgearbeitet werden kann.