: SG Ratingen: Dramatik bis zur allerletzten Spielminute

: SG Ratingen: Dramatik bis zur allerletzten Spielminute

Die SG Ratingen hat die Aufstiegsrunde für die Dritte Liga knapp verpasst. Am Ende fehlte nur ein Tor.

Ra Durch welch ein Wellenbad der Gefühle gingen die Handball-Fans sowie der Vorstand und die Spieler des Viertligisten SG Ratingen. Am Samstagabend durchlebten sie alle ein Hochgefühl, denn der Meisterschaftsrivale MTV Rheinwacht Dinslaken verlor in Korschenbroich deutlich. Somit würde der SGR im abschließenden Meisterschaftsspiel bei TuSEM Essen II bereits ein Remis genügen, um den Titel zu erringen und damit in die Qualifikationsrunde für den Aufstieg in die dritte Liga einzuziehen. Doch am Sonntagabend zerstoben alle Träume vom Wiederaufstieg, denn der Tabellendritte, die Reserve des Zweitligisten TuSEM Essen, erwies sich als unheimlich stark und schaffte nach dramatischem Spielverlauf einen 29:28 (12:11)-Sieg über die Ratinger.

Für die zahlreich mitgereisten Fans und die Spieler brach eine Handball-Welt zusammen. Als Erster hatte sich noch SGR-Präsident Bastian Schlierkamp im Griff und erklärte sachlich: „Wir haben nicht heute die Meisterschaft verloren, sondern in den Spielen, als wir gegen schwächere Gegner unnötigerweise Punkte haben liegen lassen.“ Diese Aussage hatte Schlierkamp schon vor einigen Wochen gemacht. Nun wurde er bestätigt.

Chef-Coach Ace Jonovski sagte: „Wir waren hinten wie vorne gar nicht schlecht, mussten aber eine schwache Torhüterleistung verkraften. Das hat uns den nötigen Punkt gekostet.“ Trainer Marcel Müller fügte hinzu: „Wir sind an uns selbst gescheitert. Mein Glückwunsch geht deshalb an Dinslaken, die sich den Titel verdient haben.“ Schon nach wenigen Minuten erkannte das Trainer-Duo Jonovski/Müller, dass mit Petre Angelov heute kein Staat zu machen war und wechselten den Stammtorwart frühzeitig aus. Für ihn kam Benny Karmaat. Der machte seine Sache gut, so dass die Gäste einen anfänglichen Rückstand in eine Führung verwandeln konnten. Doch bis zur Pause lag TuSEM II wieder mit 12:11 vorne. Nach dem Wechsel kam die SGR mit viel Power aus der Kabine zurück. Ehe sich die Hausherren versahen, lagen die Ratinger wieder mit drei Toren in Front. Dieser Vorsprung wurde auch lange verteidigt. Aber irgendwie kam Essen heran und lag urplötzlich wieder in Führung (24:23/49.). Die Schlussphase war an Dramatik nicht mehr zu überbieten.

Zunächst schaffte der siebenfache Torschütze Filip Lazarov die Treffer zum 27:27 und 28:28 (58./59.), ehe dann dem Essener Mathis Stumpf 32 Sekunden vor dem Abpfiff das Siegtor zum 29:28 gelang. 20 Sekunden vor dem Abpfiff nahm Marcel Müller eine Auszeit, doch es klappte nichts mehr. Niedergeschlagen lagen die Spieler am Boden, fassungslos verharrten für Minuten die Ratinger Fans auf der Tribüne. Nun muss die SGR sich von diesem Rückschlag erst einmal erholen, ehe dann wieder Ruhe einkehren kann, um in der nächsten Saison einen neuen Anlauf für den Aufstieg in die dritte Liga zu starten.