Stadt Ratingen möchte eine Erklärung für den Klimaschutz verabschieden

Klimaschutz : Wachsende Dringlichkeit

Der Klimaschutz soll in Ratingen noch mehr Bedeutung erhalten als bisher schon. Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, eine Erklärung für den Klimaschutz zu verabschieden.

In einer Erklärung für den Klimaschutz möchte sich die Stadt Ratingen zu dem Ziel verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen wo immer möglich zu verringern oder gar zu vermeiden. „Diesem Grundsatz wollen wir bei unserem eigenen Handeln folgen, wir wollen aber auch weiterhin durch aktive Öffentlichkeitsarbeit die wachsende Dringlichkeit des Klimaschutzes hervorheben“, sagt Bürgermeister Klaus Pesch.

Die Stadt Ratingen verfolgt bereits seit einigen Jahren ehrgeizige Klimaschutzziele. Sie ist seit 1993 Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Städte. Seit 1998 gibt es einen festen Klimabeirat, der die Stadt bei klimarelevanten Aktivitäten unterstützt. 2002 hat die Stadt in Ratingen-West einen 25 Hektar großen Laubwald auf einer früheren landwirtschaftlichen Fläche angelegt, der sich positiv aufs Stadtklima auswirkt.

In den letzten Jahren wurden die städtischen Aktivitäten dann deutlich forciert. Im Mai 2017 beschloss der Rat die Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Ratingen. Am 1. März 2018 nahm Elena Plank ihre Tätigkeit als städtische Klimaschutzmanagerin auf. Seitdem ist in diesem Rahmen eine Menge geschehen: Ein Elektromobilitätskonzept wurde erarbeitet.

Die Stadt stellt ihren Fuhrpark auf Fahrzeuge mit geringem CO2-Ausstoß um. Diverse Projekte mit Schulen wurden durchgeführt, die Stadt nahm mit großem Erfolg an der Europäischen Mobilitätswoche 2018 teil, es gibt zahlreiche Info-Aktionen, um die Bürger auf die Möglichkeit zum Stromsparen oder zur Nutzung von regenerativen Energien hinzuweisen.

Auf städtischen Dächern sollen mehr Fotovoltaik-Anlagen entstehen. Im Rahmen des Gebäudemanagements hat die Verwaltung energetische und ökologische Standards für den Bau und die Bewirtschaftung städtischer Liegenschaften gesetzt. Unter Wahrung der bei jeglichem Verwaltungshandeln gebotenen Wirtschaftlichkeit wird durch Einhaltung der genannten Standards in erheblichem Maße CO2-Ausstoß vermieden.

Viele andere Projekte und Initiativen sind in Arbeit. So hat die Verwaltung mehrere aktuell geplante Neubaumaßnahmen ins Auge gefasst, die sich als Modellprojekte für eine Realisierung unter Beachtung außergewöhnlich ambitionierter Standards eignen könnten.

„Wir erhoffen uns daraus Erkenntnisse im Hinblick auf Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit, die sich künftig allgemein nutzen lassen“, sagt Baudezernent Jochen Kral. In diesen Zusammenhang passt auch eine Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Umweltbildungszentrums am Blauen See, die zurzeit erstellt wird. Darüber hinaus arbeitet das Amt für Kommunale Dienste aktuell an Konzepten für naturnahe öffentliche Grünflächen sowie Baumpflanzungen in Zeiten des Klimawandels.

Der Entwurf für die „Erklärung für Klimaschutz der Stadt Ratingen“ umfasst fünf Punkte. Sie enthält eine Selbstverpflichtung, bei jeglicher Entscheidung die möglichen Auswirkungen auf das Klima und auf Nachhaltigkeit im Blick zu behalten. „Wann immer möglich, wollen wir die Entscheidung priorisieren, die den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächt und eine nachhaltige Entwicklung fördert“, sagt Umweltdezernent Martin Gentzsch.

Die Stadt will sich bei Maßnahmen zur Bekämpfung des KIimawandels auch künftig an den Berichten des Intergovernmental Panel on Climate Change orientieren. Die Einführung eines Klimaschutzgesetzes wird begrüßt. Die Stadt verpflichtet sich, die Bürger in verstärktem Maße über Themen rund um Klimawandel und –schutz zu informieren. Dazu gehört ausdrücklich auch die tatkräftige Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeitsgruppe „Ratingen.nachhaltig“.