Tobias Gerard, neuer Schatzmeister der Ratinger Bruderschaft, im Porträt

Brauchtum : Tobias Gerard: Eine rasante Schützenkarriere

Tobias Gerard ist neuer Brudermeister der St. Sebastiani Bruderschaft - vorläufiger Höhepunkt einer rasanten Brauchtumskarriere.

Als Rudi Wollenberg bei der Jahreshauptversammlung der St. Sebastiani-Bruderschaft von seinem Amt als Brudermeister (umgangsprachlich Schatzmeister) aus Altersgründen zurücktrat, und somit eine Neuwahl anstand, war ein Kandidat schnell gefunden. Tobias Gerard stellte sich zur Wahl und wurde mit nur einer Gegenstimme zum neuen Schatzmeister gewählt. Natürlich nahm der 40jährige Kundenbuchhalter der Stadtwerke Düsseldorf die Wahl an.

Der neue Schatzmeister hat eine Bilderbuchkarriere innerhalb der Schützenbruderschaft hingelegt, so dass sein neues Amt als Mitglied des vierköpfigen geschäftsführenden Vorstands die vorläufige Krönung ist. „Ich konnte schon immer mit Zahlen gut umgehen. Nicht von ungefähr bin ich Buchhalter geworden. Und ich hatte einfach Lust darauf, solch ein arbeitsintensives Amt anzunehmen", sagt Tobias Gerard. Irgendwie hatte ihn der Virus des Schützenwesens gepackt.

Früh trat er der Tell-Kompanie bei, deren Jungkönig er 1998 wurde. 2012 bis 2019 fungierte Tobias Gerard als erster Schatzmeister der Tell-Kompanie. Und nun ist er ganz oben im geschäftsführenden Vorstand der Bruderschaft angekommen. Sein Credo lautete von Beginn an: "Ich will nicht einfach nur Mitglied sein, sondern mich auch für den Verein engagieren." So hielt er es auch mit seiner Mitgliedschaft bei den Handballern der SG Ratingen.

Neben Handball zählt die Musik zu seinen Hobbies. Mit der Gitarre Stimmung am Lagerfeuer entfachen, begeistert ihn. Zudem ist er auch noch im Kirchenvorstand von St. Peter und Paul tätig. Natürlich, wie könnte es bei einem Zahlenmenschen anders sein, im Bereich Verwaltung des Kirchenvermögens. Seine Ehefrau Dorothee steht ihm dabei ohne Wenn und Aber zur Seite.

Als hätte sie nicht genug zu tun als zweifache Mutter und Erzieherin - sie leitet den Caritas-Kindergarten St. Suitbertus in Ratingen Süd. Sie will Werte vermitteln, die für Kinder und das Zusammenleben so wichtig sind. Und das gelingt ihr gemeinsam mit ihrem Mann wunderbar. So überrascht es nicht, dass Sohn Anton (10 Jahre) und Tochter Helene (12 Jahre), beide besuchen die Liebfrauen-Schule in Ratingen, einen respektvollen Umgang mit ihren Freunden und erwachsenen Menschen pflegen. "So etwas können Lehrer oder ähnliche Autoritäten gar nicht leisten. Das muss in der Familie vorgelebt werden", sind sich Tobias und Dorothee Gerard einig. Dazu zählt auch das gemeinsame Abendessen, wo sich die Familie am Tisch trifft und über die Erlebnisse des Tages spricht. Smartphones haben dabei nichts verloren. "Elektronische Geräte sind am Abendtisch ein absolutes Tabu", sagt Mutter Dorothee.

Seit Jahren ist es guter Brauch bei den Gerards, dass zu jeder Jahreszeit im Wohnzimmer mit Playmobil-Figuren Frühlings, Sommer-, Herbst- und Winterszenen aufgebaut werden. Das machen die Kinder nach wie vor noch mit viel Lust und Liebe. Brauchtumsfreunde sind Tobias und Dorothee Gerard nicht nur im Sommer während der Schützenzeit. Auch im Winterbrauchtum ist die Familie dabei. So tanzen Tochter Helene und Sohn Anton bei der Karnevalsgesellschaft Blau Weiß. Und der Papa ist auch noch Mitglied beim Ratinger Kinderkarneval (RaKiKa). Dass auch aus dem Sohn Anton mal ein guter Schütze der Bruderschaft wird, ist schon jetzt klar, denn als Zehnjähriger ist er zwar noch kein Mitglied (erst mit 14 Jahren darf man Mitglied werden), marschiert aber schon in der Tellaner-Gruppe beim großen Festzug mit. Voller Inbrunst sagt Anton, der als Sohn des Tell-Vaters stilecht angezogen ist: "Ich bin der Walter", und verteilt dabei Äpfel an das umherstehende Publikum.

(pk)