: „Viele Schützen sind sehr enttäuscht“

: „Viele Schützen sind sehr enttäuscht“

Der Hochstand an der Brückstraße muss umgebaut werden; er genügt nicht den neuen, aktuellen Schießstandrichtlinien. Von derzeit sechs werden noch vier Stände übrig bleiben.

Ratingen (dir). Womöglich wird beim diesjährigen Königsschießen der Bruderschaft bei aller Ausgelassenheit ein wenig Wehmut mitschwingen. Denn genau genommen handelt es sich auch um einen Abschied. Abschied vom Hochstand, wie ihn Schützen und Besucher seit vielen Jahre kennen. Bei einer turnusmäßigen Überprüfung durch die Kreispolizeibehörde Mettmann hat der Sachverständige festgestellt, dass es Nachbesserungsbedarf gibt. Sprich: Der Hochstand in seiner derzeitigen Form entspricht nicht mehr den aktuellen Schießstandrichtlinien.

Schützenchef Gero Keusen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Hochstand nach wie vor sicher ist: „Nur deshalb haben wir ja noch eine Genehmigung.“

Aber die läuft aus und für die kommende Saison sind Umbauten erforderlich, durchaus einschneidende. So wird der Geschossfangkasten breiter werden, was in der Konsequenz bedeutet, dass von sechs Schießständen nur noch vier übrig bleiben werden. Die Kosten für die erforderlichen Maßnahmen liegen zwischen 35.000 und 40.000 Euro. Die Bruderschaft hat eine Sonderumlage für alle Mitglieder beschlossen. Außerdem gibt es ein Spendenkonto. „Jeder muss seinen Beitrag leisten“, sagt Ehrenschießmeister Bernd Schäper. Darüber hinaus plant die Bruderschaft, einige Arbeiten in Eigenleistung zu erledigen und hofft auf helfende Hände, auf Handwerker und Firmen, die sich an der Umsetzung des Projekts beteiligen möchten. Aber nicht nur in finanzieller Hinsicht ist die Angelegenheit schmerzhaft.

Auch die notwendig folgenden Veränderungen beim Schießbetrieb der Bruderschaft und deren Kompanien hat für angeregte Diskussionen gesorgt. „Viele Schützen sind sehr enttäuscht“, sagt Bernd Schäper, „weil jetzt einige Veranstaltungen nicht mehr möglich sind.“ So muss beispielsweise das Scheibenschießen künftig wohl entfallen. Auch beim Königsschießen der Bruderschaft sei mit Veränderungen zu rechnen: Derzeit gibt es vier Preisvögel, vier Ehrenvögel, Schüler-, Jung- und Königsvogel. Das, sagt Schießmeister Ralf Berger, könne man mit nur noch vier Ständen an zwei Tagen nicht mehr unterbringen.

Deshalb gelte es nun, neue Ideen und Lösungen zu finden, um den Schießbetrieb dennoch attraktiv zu halten. Bernd Schäper könnte sich zum Beispiel vorstellen, Blasrohrschießen anzubieten: „Da ist groß im Kommen und nicht genehmigungspflichtig.“

Ober er die Schützen dafür einnehmen kann, steht dahin. Am liebsten wäre es ihm, wenn man den Status Quo beibehalten könnte. Neue Regelungen, findet er, müssten für Vereine ja auch praktikabel sein. Andererseits helfe jetzt auch keine Klagen: „Da müssen wir nun eben durch.“