"Wir würden es sofort wieder machen"

"Wir würden es sofort wieder machen"

Nicht nur das Prinzenpaar macht in diesem Jahr besonders von sich reden, auch die Schirmherren begeistern die Narrengemeinde.

Bei Vollzähligkeit stehen sie zu sechst auf der Bühne: Peter Mazzotti, Ignacio Ordejón und Marc d'Avoine von ATN Rechtsanwälte sowie Wilfried Düsing, Ralf Koch und Ewald Vielhaus von MIZ Steuerberater. Die Herren haben sich im Laufe ihrer Amtszeit zu echten Karnvalsjecken entwickelt. Dabei hatten sie doch anfangs ein paar Bedenken.

Herr Ordejón, Rechtsanwaltsrobe und Narrenkappe, wie gut passt das zusammen?
Ignacio Ordejón: Das haben wir uns natürlich auch überlegt, als der Karnevalsausschuss angefragt hat, ob wir die Schirmherrschaft übernehmen wollen. Aber von den anfänglichen Zweifeln ist nichts mehr übrig, wir würden es sofort wieder machen.
Peter Mazzotti: Wenn man die Reaktionen der Menschen auf den Veranstaltungen erlebt, dann kann man nur begeistert sein. Karneval in Ratingen ist eine große Sache. Unheimlich viele Leute engagieren sich und wir sind froh ein Teil davon zu sein.

Herr Vielhaus, was sagen Sie zu unserem Prinzenpaar? Die gewaltige Aufmerksamkeit die es bekommt, erhöht den Spaßfaktor sicherlich auch für die Schirmherren.
Ewald Vielhaus: Also für mich war das Liebe auf den ersten Blick. Für die Session unter ihrer Regentschaft haben wir gerne die Schirmherrschaft übernommen. Und sie machen das einfach super.

Sie sind Mitglied der CDU, sitzen im Stadtrat — war für den Politiker Vielhaus der Besuch mit dem Prinzenpaar bei der Kanzlerin in Berlin der Höhepunkt schlechthin?
Vielhaus: Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Immerhin hat Ratingen bei dieser Gelegenheit NRW repräsentiert. Aber wir haben viele schöne Erlebnisse und Begegnungen als Schirmherren. Insgesamt dürften es am Ende rund 200 Termine gewesen sein.
Wie behält man da den Überblick?
Ordejón: Mitunter muss man schon aufpassen, dass man vor Gericht den Richter nicht mit Helau begrüßt.
Mazzotti: Praktisch ist, dass wir auch als Schirmherren im Anzug auftreten. Wir müssen also nur die Narrenkappe auf oder absetzen, um zwischen Karneval und Beruf zu wechseln. Aber im Ernst: Wir haben — wie das Prinzenpaar — unheimlich viel Unterstützung vom Karnevalsausschuss, dem Prinzenführer, den Adjutanten des Prinzenpaares und unserer Ordonnanz von den Funken Rot-Wiss. Erfahrene Leute, die uns bei den Terminen unterstützen. Nicht mal den Schirm müssen wir selbst tragen.

Mittlerweile sind Sie alle für ihre Showqualitäten beliebt und bekannt. Bei den Roten Funken haben sie kürzlich die Bühne gerockt, haben sogar ein eigenes Schirmherrenlied zum Besten gegeben.
Vielhaus: Wir sind garantiert keine Langweiler. Wir haben uns bemüht, den Menschen Freude zu machen und freuen uns, wenn das halbwegs gelungen sein sollte. Michael Schleicher vom Karnevalsausschuss sagte kürzlich zu uns: "Ich dachte, wir hätten seriöse Schirmherren bekommen — und jetzt sowas."
Mazzotti: Wenn ich Marschmusik höre, gehe ich ab.
Ordejón: Vielleicht haben wir schon zu viel erzählt.

Hört sich an, als hätte der Ratinger Karneval in Ihnen treue Anhänger gefunden, auch für die Zukunft. Ist das so?
Ordejón: Das alles geht ja nicht spurlos an einem vorüber. Wir hatten soviel Spaß, dass wir auf jeden Fall auch weiterhin am närrischen Geschehen teilhaben werden. In welcher Form, das wird man dann sehen.
Vielhaus: Übrigens gibt es einen Club der Ex-Schirmherren in Ratingen. Wir würden uns freuen, wenn wir dort aufgenommen würden.

Die "tollen Tage" stehen Ihnen noch bevor und dann ist es vorbei. Traurig? Erleichtert? Urlaubsreif?
Ordejón (lacht): Die Antwort ist ja.
Mazzotti: Bei der Hoppeditzbeerdigung wird sicherlich bei uns allen etwas Wehmut aufkommen, das ist ja ganz klar.
Gibt es einen Moment in der bisherigen Session, an den Sie noch lange zurückdenken werden?
Ordejón: Immer wenn Prinz Samuel I. auf der Bühne die Bedeutung des Prinzenordens erklärt hat, der in diesem Jahr für Toleranz, Akzeptanz und Miteinander steht. Die Leute sind überall aufgestanden und haben applaudiert.
Vielhaus: Das war jedes Mal ein echter Gänsehautmoment. Es gab darüber hinaus viele Augenblicke im persönlichen Umgang mit dem Team, die einem bestimmt in Erinnerung bleiben werden.
Mazzotti: Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich alle, die unser Prinzenpaar begleiten, auf der Bühne sehe. Das sind ja unheimlich viele. Wie eine große Familie.