: „Es ist ein Verlust für den Ratinger Karneval“

: „Es ist ein Verlust für den Ratinger Karneval“

Die Session geht auf ihren Höhepunkt zu und Peter Hense, 1. Vorsitzender des Karnevalsausschuss Ratingen (KA), hat durchaus Grund mit dem bisherigen Verlauf zufrieden zu sein. Doch es gibt Wermutstropfen. So wird beispielsweise der 2. Vorsitzende Michael Schleicher nicht noch einmal kandidieren.

Ratingen (dir). Die Prinzenpaarproklamation war ausverkauft und die Tollitäten Bernd I. und Claudia II. präsentieren sich seither in Hochform. Für den Starttermin des Rosenmontagszuges wurde ein Kompromiss gefunden und auch in das Thema „Wagenbauhalle“ kommt Bewegung. Allerdings gibt es einige Unwägbarkeiten für die Zukunft des KA.

Herr Hense, beim Neujahrsempfang der Stadt Ratingen hat sich das Prinzenpaar offensiv zu Nachhaltigkeit und erhöhtem Umweltbewusstsein bekannt und damit die Linie der Stadt unterstützt. Sind solche politischen Botschaften in ihrem Sinne?
Hense: Grundsätzlich ist der Karneval politisch neutral, aber man kann schon mal seine Meinung sagen, wenn sie nicht parteipolitisch eingefärbt ist. Jedes Prinzenpaar prägt seinen eigenen Stil und das ist auch gut so.

Die tollen Tage stehen kurz bevor und für den Rosenmontagszug gibt es eine Veränderung. Er startet diesmal um 11.11 Uhr, also eine Stunde später als normalerweise.
Hense: Stimmt. Im letzten Jahr konnten wir ja wetterbedingt auch nicht um 10, sondern erst um 15 Uhr starten. Viele sind hinterher zu mir gekommen und haben gefragt, ob man nicht immer um die Uhrzeit beginnen könne.

Aber das wollten Sie nicht?
Hense: Das Problem sind die Kosten. Je später, desto teurer. Security und Rettungskräfte müssen bezahlt werden. Wenn wir später anfangen sind diese Leute länger gebunden und das muss bezahlt werden. Allein die Verschiebung um eine Stunde bedeutet Mehrkosten von 2000 Euro. Ich denke, es ist gut, wenn man das den Leuten auch mal sagt: Dieser Zug kostet viel Geld. Das Wurfmaterial hat einen Wert von circa 100.000 Euro, das müssen die Vereine und Wagenbesatzungen stemmen. Vom KA kommen dann noch einmal rund 25.000 Euro für die Orga hinzu, die wir über Sponsoren generieren müssen.

Reden wir über den KA, Herr Hense, mit welchen Themen wollen Sie sich in nächster Zeit vornehmlich befassen. Gibt es neue Ideen, Pläne?
Hense: Ein Thema ist für uns im Augenblick die Stadthalle. In der Session ist bei einigen Veranstaltungen dort nicht alles rund gelaufen. Wenn du eine Halle mietest, willst du dich darauf verlassen können, dass alles perfekt läuft. Nach konstruktiven und offenen Gesprächen mit den Betreibern bin ich aber sehr zuversichtlich, dass wir uns in Zukunft wieder auf reibungslos ablaufende Veranstaltungen im Ratinger „Wohnzimmer“ freuen dürfen.

Apropos Halle: Wie steht es eigentlich um die Causa „Wagenbauhalle“.
Hense: Derzeit nutzen wir die Halle Am Sandbach noch. Aber ich habe auch gehört, dass es eventuell Mitte des Jahres Gespräche mit der Stadt geben soll. Ich bin aber optimistisch, dass uns die Stadt ggf. bei der Suche nach einer Alternative sehr behilflich sein wird.

Bei der nächsten Jahreshauptversammlung des KA im Mai oder Juni steht die Neuwahl der 2. Garnitur an. Sind Veränderungen absehbar?
Hense: Michael Schleicher wird nicht mehr für den Posten des 2. Vorsitzenden kandidieren.

Warum nicht?
Hense: Er will sich karnevalistisch stärker in Richtung Köln orientieren.

Haben Sie versucht, ihn zum Bleiben zu bewegen?
Hense: Der ganze geschäftsführende Vorstand hat das versucht, leider vergeblich. Wir alle bedauern dies sehr.

Wie sehr wird er fehlen?
Hense: Ich denke, es ist ein Verlust für den Ratinger Karneval. Er hat hier einige großartige Duftmarken gesetzt, viele gute Ideen gehabt. Ich finde auch, dass die Kombination mit mir und Michael Schleicher sehr gut funktioniert hat.

Gibt es schon einen möglichen Nachfolger?
Hense: Wir haben einen Plan, aber es wäre zu früh, jetzt schon darüber zu sprechen.

Sie werden aber nicht aufhören?
Hense: Auf keinen Fall. Dafür habe ich viel zu viel Spaß am Ratinger Karneval. Und ich werde in diesem Jahr 66 Jahre, jecke Zahl, das motiviert natürlich zusätzlich.