Menschen an die Hand nehmen

Menschen an die Hand nehmen

Mit dem Lotsenpunkt an der Turmstraße 9 haben Menschen mit wie auch immer gearteten Problemen einen neuen Anlaufpunkt, an dem ihnen kompetente Hilfe zuteil wird.

Wohin sich wenden mit einem Problem, für dessen Lösung man die Hilfe anderer benötigt? Seit Montag gibt es in Ratingen für Menschen in Notlagen den Lotsenpunkt auf der Turmstraße 9. Dabei handelt es sich um eine Kooperation des SkF Ratingen, der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul und des Caritasverbands des Kreises Mettmann, die unter dem Motto „Irgendwas geht immer“ kompetente Hilfestellung entweder leistet oder vermittelt.

Die Idee dazu kam dem SkF schon im Jahr 2014, damals noch unter der Vorsitzenden Edith Bohnen, die auch die ersten Schritte zur Umsetzung in die Wege leitete, die Kooperationsvereinbarung unterschrieben die Partner im Dezember 2017. In der vergangenen Woche kam es zur offiziellen Vorstellung und Einweihung durch die Verantwortlichen im Beisein von rund 30 Gästen, darunter auch Bürgermeister Klaus Pesch. Pfarrer Daniel Schilling segnete die Einrichtung und betonte: „Wir wollen für Menschen etwas tun, einen Ort schaffen, an dem sie spüren: Ich bin nicht allein.“

Die Kernaufgabe des Lotsenpunktes: Anlaufstelle für soziale Fragen. Menschen in Not finden dort ein offenes Ohr und Verständnis für ihre Situation; sie erhalten konkrete Hilfen; bekommen Unterstützung bei Anträgen, Formularen und Bescheiden und mit vorheriger Terminabsprache auch bei Behördengängen. Darüber hinaus gibt es Informationen zu weiteren Hilfsmöglichkeiten und die Vermittlung zu Diensten und Einrichtungen im Hilfesystem und bei den Behörden.

Die Lotsten sind ehrenamtlich tätig und wurden für ihren Einsatz entsprechend geschult. „Wer uns helfen möchte“, sagt Natalie Rebs, „darf sich gerne melden.“ Die Vorsitzende des SkF ist gespannt auf die Startphase des neuen Angebots: „Wir wissen ja auch noch nicht so genau, was auf uns zukommt.“ Obwohl es sich freilich nicht um den ersten Lotsenpunkt im Kreis Mettmann handelt: In Langenfeld gibt es die Einrichtung seit drei Jahren und sie wird sehr gut angenommen. „Wir gehen eigentlich davon aus, dass das in Ratingen genauso gut funktioniert“, so Natalie Rebs. Das Pfarrzentrum an der Turmstraße ist übrigens nur die vorläufige Heimat des Lotsenpunktes. An der Düsseldorfer Straße sollen mittelfristig neue Räumlichkeiten entstehen. Natalie Rebs: „Geplant ist ein neues Gebäude, das unten 145 Quadratmeter Platz für den Lotsenpunkt bietet und oben 12 Wohnungen für Bedürftige, was ich in Zeiten, da auch in Ratingen bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, für besonders wichtig halte.“ Wann das neue Gebäude bezugsfertig sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. Der Bauantrag ist gestellt. Der Umzug des Lotsenpunktes soll dann möglichst im Jahr 2020 stattfinden.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)