: SG Ratingen: Sie kämpfen weiter wie die Löwen

: SG Ratingen: Sie kämpfen weiter wie die Löwen

Was kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist nun eingetreten. Die Meisterschaft in der Handball-Regionalliga wird erst am kommenden Wochenende, dem letzten Spieltag, entschieden.

Der Tabellenführer MTV Rheinwacht Dinslaken leistete sich daheim gegen den starken Tabellendritten TuSEM Essen II eine 27:28-Niederlage, während die SG Ratingen mit einem 33:28 (15:10)-Sieg seine Mini-Chance auf den Titel wahrte. Nun führen die Dinslakener und die SG Ratingen mit jeweils 38:12 Punkten die Tabelle an, wobei der direkte Vergleich für Dinslaken spricht.

Zum Abschluss der Nordrheinliga muss Dinslaken beim Tabellenfünften TV Korschenbroich antreten (4. Mai, 19.30), während die SGR bei TuSEM Essen II tags darauf vor einer schweren Aufgabe steht. Nach wie vor hat es also Rheinwacht Dinslaken in der Hand, die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Sollte allerdings Dinslaken in Korschenbroich auch nur einen Punkt abgeben, kann die SG Ratingen mit einem Sieg in Essen den Titel und damit die Aufstiegsrunde zur dritten Liga noch packen.

Voraussetzung für die nun anstehende Dramatik des letzten Spieltages war, dass die SG Ratingen ihr Heimspiel gegen die HSG Siebengebirge gewinnt. Trainer Marcel Müller hatte schon im Vorfeld vor den Gästen gewarnt: „Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Siebengebirgler da unten drinstehen, denn sie sind ein spielstarkes Team.“ Davon konnten die 200 Zuschauer jedoch nur in den ersten zehn Minuten etwas merken, denn bis zu diesem Zeitpunkt begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Erst als Etienne Mensger die Ratinger mit 5:4 in Front warf (13.), war der Widerstand der Gäste vorerst gebrochen. Diese Führung bauten die Hausherren bis zur Pause auf 15:10 aus.

Auch nach dem Wechsel lief es zunächst wie erhofft weiter. Filip Lazarov erhöhte gar auf 19:13 (38.). Doch nun bekamen die Gäste völlig überraschend Oberwasser. Ab der 47. Minute stand die Partie sogar auf der Kippe, als die Gäste auf 22:23 verkürzen konnten und gleichzeitig Yannik Nitzschmann die Rote Karte sah. Der torgefährlich Linksaußen sah es jedoch locker. „Wir gewinnen auf jeden Fall. Ich wollte nur schnell raus, damit ich beim Umziehen schneller fertig bin und als Erster beim gemeinsamen Pizza-Essen bin. Ich habe nämlich einen Mordshunger“, sagte der 20-Jährige völlig unbekümmert und mit Schalk im Nacken. Endgültig auf der Siegesstraße war die SGR erst nach 54 Minuten bei einer 28:24-Führung. 33:28 hieß es am Ende für die SGR. Jetzt blickt natürlich alles gespannt auf die letzte Partie am Sonntag in Essen. Das Heimspiel hatte die SGR mit 25:30 verloren, also gibt es auch da etwas gutzumachen.